Innere Ruhe
Innere Ruhe - Innere Ruhe

Ich danke Herrn Professor Dr. Naser Kanani für die Übersetzung dieses Textes.

با تشکر از پروفسور دکتر ناصر کنعانی بابت ترجمه بسیار عالی متن.

 

 

“Gibst du jemandem einen Fisch, so hast du nur ein einziges Mal für sein Abendessen gesorgt. Bringst du ihm aber bei, wie man fischt, dann hast du ihm lebenslang seine Mahlzeiten sichergestellt.”

chinesisches Sprichwort

 

 

Warum gelingt es manchen Menschen nicht, ihre Ziele zu erreichen? Liegt es etwa daran, dass Sie sich womöglich gar keine Ziele gesetzt haben, oder daran da? sie nicht imstande sind, die gestellten Ziele, aus welchen Gründen auch immer, zu realisieren?

Eine Frage drängt sich in diesem Zusammenhang auf: Warum können viele Menschen, die sich nach einem/einer passenden Partner/in und häuslicher Geborgenheit sehnen und nach einem geeigneten Beruf Ausschau halten und alles tun, um sich diese Wünsche zu erfüllen, doch ihre Ziele nicht erreichen? Und wie läßt sich erklären, daß andere wiederum, die nicht einmal über eine adäquate Schulbildung verfügen, an ihre Ziele gelangen und dabei sogar die Dienste jener in Anspruch nehmen, die sich eine weit bessere Berufsausbildung und ein umfassenderes allgemeines Wissen angeeignet haben? Trifft hier etwa das alte Sprichwort zu, das besagt: “Während der Weise vergeblich nach der Brücke sucht, um den Fluß zu überqueren, geht der Verrückte barfuß durch das Wasser und erreicht das Ufer.” Wie läßt sich der Erfolg einiger weniger gegenüber dem Mißerfolg vieler anderer ergründen? Ist es zulässig, schlicht und einfach das Schicksal dafür verantwortlich zu machen?

Wenn wir zu der Erkenntnis gelangen, daß letzten Endes wir selbst unser Schicksal bestimmen, dann haben wir wahrlich einen großen Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung unserer Ziele unternommen. Reden wir uns aber resignierend ein, daß wir in allen unseren bisherigen Unternehmungen versagt haben, dann können wir sicher sein, daß wir auch in Zukunft auf Seiten der Verlierer stehen werden. Denn wie wir uns selbst einschätzen, so werden auch die anderen uns beurteilen. Wenn wir uns selbst nicht mögen, wie können wir dann erwarten, daß die anderen uns leiden. Diejenigen unter uns, die ihrer Arbeit mehr Bedeutung beimessen als ihrer Familie und ihre Familie mehr lieben als sich selbst, sind mit jenem einfältigen Fuhrmann zu vergleichen, der versucht, das Pferd hinter den Wagen zu spannen. Oft investieren wir viel mehr Zeit und Energie für andere als für uns selbst. Und warum? Weil wir auf Lob und Anerkennung anderer erpicht sind. Wäre es aber nicht viel klüger, wenn wir so an uns selbst arbeiten würden, daß wir nicht so sehr auf Bestätigung durch unsere Umwelt angewiesen wären?

 

Wir kِönnen diejenigen unter uns, die stets die anderen für eigene Mißerfolge verantwortlich machen, in zwei Kategorien von Menschen unterteilen:

• Menschen, die grundsätzlich negativ eingestellt sind, und einerlei welche Vorschläge man ihnen auch unterbreitet, diese kategorisch mit der Begründung zurückweisen, daß sie nicht realisierbar seien.

• Menschen, die unentwegt mit “wenn” und “aber” operieren und sich somit jeden gangbaren Weg versperren.

 

Wenn wir einräumen, daß es in unserem Leben immer “Stürme” gegeben hat und auch geben wird, die wir nicht verhindern können, dann hilft uns offensichtlich nur die Einsicht in die Notwendigkeit weiter, die sich symbolisch wie folgt ausdrücken läßt: “Wir müssen das Segel unseres Bootes so setzen, daß wir trotz des stürmischen Meeres heil ans Ufer gelangen.”

Es gibt natürlich Menschen, die nun die Frage aufwerfen, was man tun solle, wenn die Unwetter das Segel zerreissen oder das Meerwasser das Boot überspülen würden. Bei ihrer Argumentation übersehen sie allerdings, daß jeder von uns im Grunde genommen das finden wird, was er sucht. Damit will gesagt sein, daß wir alle unwillkürlich und unweigerlich in die Richtung getrieben werden, in die unsere Gedanken gerichtet sind.

Alles, was wir tun, dient grundsätzlich zwei Absichten: Entweder soll es uns Genuß bereiten oder verhindern, daß uns Leid zugefügt wird. Daß wir natürlich bestrebt sind, alles zu unternehmen, das unser Leid mindert und unseren Genuß steigert, bedarf keiner besonderen Betonung. Häufig begnügen wir uns aber damit, das zu schützen, was wir besitzen, anstatt es zu mehren versuchen.

Wir Menschen sind offensichtlich eher geneigt, alles zu unternehmen, um der Hölle zu entfliehen als zu fragen, wie wir ins Paradies gelangen können. In gleicher Weise schweben wir in tausend Ängsten vor möglichen Niederlagen und übersehen dabei, daß wir gerade deshalb letzten Endes viele Niederlagen hinnehmen müssen.

Es liegt in unserer Erziehung begründet, daß wir stets anders erscheinen wollen, als wir in Wirklichkeit sind. Wie sagt der Volksmund so treffend: “Wir versuchen, dadurch den Eindruck der Frische und Gesundheit bei den anderen zu erwecken, daß wir unsere Wangen kneifen oder ohrfeigen, damit sie rot erscheinen!” Wenn wir uns selbst nun so zu quälen bereit sind, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn andere uns schikanieren.

Wie oft sind wir als Kinder aus Furcht vor unseren Eltern nicht mit der Wahrheit herausgerückt? Sie kam aber eines Tages doch ans Licht; allerdings meistens dann, wenn bereits die befürchteten peinlichen und unangenehmen Dinge, die wir vermeiden wollten, passiert waren.

 

Wir müssen uns bewußt machen, daß es in Wirklichkeit keine positiven oder negativen Gefühle gibt. Dadurch, daß wir unsere Gefühle akzeptieren oder ablehnen, empfinden wir sie als positiv oder negativ.

Schon als Kind sind wir so erzogen worden, daß wir unsere Gefühle zu unterdrücken geneigt sind. Würden wir aber offen zugeben, daß wir z. B. darunter leiden, wenn man uns verspottet, dann würde jede Spöttelei im Verlauf der Zeit ihre Wirkung auf uns verlieren. Unterdrücken wir hingegen unsere Empfindungen und tun so, als ob Hohn und Spott uns nichts anhaben könnten, dann bereiten wir uns selbst noch mehr seelischen Schmerz.

Es ist immer besser, Angstgefühle zu artikulieren als sie zu unterdrücken. Angst vor Verlust der Ehre, vor Niederlage und vor Verpottetsein führt letzten Endes dazu, daß wir eines Tages genau das erleben, wovor wir immer Angst gehabt haben.

Das Gefühl, möglicherweise eine Sünde zu begehen, hindert uns oft daran, eine gute Tat zu vollbringen. Ein solches Gefühl kann sogar dazu führen, daß wir aufhören, uns selbst zu mögen, weil wir uns irrtümlich einbilden, Gott habe uns verlassen. Wir beginnen dann zu verzweifeln, da wir mehr und mehr unseren Glauben an die grenzenlose Barmherzigkeit und Vergebung Gottes verlieren. Anstatt daß wir an die göttliche Gnade und Güte denken, fürchten wir eher seine Strafe. Und es ist genau diese Geisteshaltung, die unser Selbstbewußtsein zu untergraben beginnt. Machen wir das an einem Beispiel klar: Einer von uns heiratet und hat das zukünftige Wohl seiner Ehefrau und Kinder im Auge, was das natürlichste auf der Welt ist. Er fühlt sich aber unentwegt von dem schlechten Gewissen geplagt, das ihm vorwirft, dadurch seine Mutter und ihre Interessen vernachlässigt zu haben. Die Folge davon ist, daß er sich nun weder um die eigene Familie noch um die Mutter gebührend kümmern wird.

Häufig lassen sich aber Probleme dieser Art isoliert betrachten und dadurch auch leichter beseitigen. Nehmen wir z. B. an, daß es unter einem Geschwisterpaar zu geschäftlichen Unstimmigkeiten kommt. Der Gedanke, daß sie ihren Bruder möglicherweise wegen Streitigkeiten ums Geld für immer verlieren könnte, kann die Schwester unter Umständen dazu zwingen, auf alle Forderungen ihres Bruders einzugehen und ihre eigenen Interessen zu vernachlässigen. Wenn sie sich aber erst klar gemacht hat, daß in Wirklichkeit nicht der Bruder, sondern die geschäftlichen Diskrepanzen die Ursache des Problems sind, dann kann sie mit den bestehenden Schwierigkeiten auch ganz anders umgehen.

Es gibt offensichtlich gute und böse Wertvorstellungen. Unser Erinnerungsvermögen behält lieber die guten und vergißt die bösen. Zu den guten Wertvorstellungen, die wir als attraktiv bezeichnen wollen, gehören z. B. Gesundheit, Erfolg, Liebe, Freiheit, Freude, Macht, Sicherheit, Unabhängigkeit, Aufrichtigkeit. Unangenehme oder unattraktive Wertvorstellungen, die wir stets zu vermeiden geneigt sind, sind Unglück, Depression, Wut, Niederlage, Sünde, Erniedrigung, Ablehnung, Einsamkeit und Spott, um nur einige zu nennen.

Der Prozeß der Entscheidungsfindung ist in Wirklichkeit nichts anderes als die Festlegung der Wertigkeit oder die Definition des Charakters dieser Wertvorstellungen. Es ist von großer Bedeutung, daß wir uns über ihr wahres Wesen im klaren sind, was leider bei der großen Mehrheit von uns nicht der Fall ist. Betrachten wir das folgende Beispiel: Wir fragen jemanden, was für ihn die attraktivste Wertvorstellung sei. Nehmen wir an, er würde antworten: Erfolg. Daraufhin setzen wir unsere Befragung fort und wollen von ihm erfahren, was er benötigt, um den gewünschten Erfolg zu erreichen. Seine Antwort könnte lauten: Aufrichtigkeit. Daraus können wir schließen, daß für ihn die Aufrichtigkeit den Schlüssel zum Erfolg darstellt. Nun, wenn wir weiter fragen und uns danach erkundigen, was für ein Gefühl er haben würde, wenn er den ersehnten Erfolg erreicht hätte, so könnte er erwidern: Unabhängigkeit. An dieser Stelle stellen wir die entscheidende Frage, die wie folgt lautet: “Und was wird geschehen, wenn die Aufrichtigkeit zum Erfolg und der Erfolg wiederum zur Unabhängigkeit geführt hat?” Möglicherweise wird er erwidern: Selbstverwirklichung. So stellt sich heraus, daß Selbstverwirklichung in Wirklichkeit die eigentliche attraktive Wertvorstellung des Befragten ist und nicht der Erfolg. Aufrichtigkeit, Erfolg und Unabhängigkeit stellen somit nur die notwendigen Voraussetzungen für die Selbstverwirklichung.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt, der sich bei diesen Überlegungen herauskristallisiert, ist, daß wir die positiven Wertvorstellungen deshalb bevorzugen, weil wir sie zur Schau stellen und dadurch die anderen beeindrucken können. Es ist aber gerade diese Einstellung, die wiederum Angstgefühle in uns erzeugt, und zwar nach folgendem Muster: Das Bedürfnis nach Erfolg hat notwendigerweise die Angst vor einer möglichen Niederlage zur Folge. Der Wille zur Macht basiert auf der Angst vor Ohnmacht. Das Gefühl der Unabhängigkeit läßt in uns die Angst wach werden, wieder einem Abhängigkeitsverhältnis zum Opfer zu fallen. Wir können also schlußfolgern, daß das Einzige, wonach sich die Menschen wirklich sehnen, Selbstverwirklichung und innerer Frieden sind. Erst wenn wir uns die tiefe Sehnsucht nach Selbstverwirklichung und innerem Frieden bewußt gemacht haben, werden wir erkennen, daß wir sie nur dann realisieren können, wenn wir die Meilensteine Aufrichtigkeit, Erfolg und Unabhängigkeit hinter uns gelassen haben.

Wenn wir nun auf dem Weg zu diesem Ziel auf unerwartete Probleme und Schwierigkeiten stoßen, dann wird es wohl einzig und allein daran liegen, daß wir entweder den richtigen Weg noch nicht ausgemacht, oder unsere Zielsetzung nicht richtig verinnerlicht haben. Denn alles, was wir unserem Unterbewußtsein übertragen, wird sich eines Tages bewahrheiten.

Unser Gedächtnis beruht auf unserem Bewußtsein und Unterbewußtsein zugleich. Es ist unsere Seele, die unsere Wahrnehmungssinne, nämlich Sehen, Hören, Geruch, Geschmack und Gefühl, über unser Bewußtsein unserem Unterbewußtsein einprägt.

Unser Unterbewußtsein als die Herberge unserer Seele hält für jedes Problem eine Lösung und für jede Frage eine Antwort breit. Unsere Seele erfährt das, was wir uns wünschen, durch unser Bewußtsein und beginnt dann, das Gewünschte in unserem Unterbewußtsein ausfindig zu machen. Sobald sie es dort, wo sie es untergebracht hat, wiedergefunden hat, übergibt sie es unserem Bewußtsein, damit wir dessen gewahr werden. Wir müssen daher unsere Vorstellung von dem, was wir uns wünschen, so klar und präzise wie nur möglich definieren, bevor wir sie unserem Bewußtsein übertragen. Nur so kann sich unser Unterbewußtsein darüber Gewißheit verschaffen, was unser wahrer Wunsch ist. Sobald das Abbild dessen, was wir uns zum Ziel gesetzt haben, unserem Unterbewußtsein eingeprägt worden ist, werden wir die Vorahnung verspüren, daß wir unser Ziel erreichen werden. Zumindest wird sich der Zweifel an dessen Realisierbarkeit bis zu einem gewissen Grade relativieren. In dem Augenblick, in dem wir das Gefühl haben, daß wir in der Lage sind, etwas zustande zu bringen und unser Ziel zu verwirklichen, steht uns eine göttliche Kraft zur Seite. Sie ist die Kraft, die uns alles, was für die Realisierung unseres Wunsches erforderlich ist, bereitstellt.

Wenn wir davon ausgehen, daß das, was wir verurteilen und verdammen, möglicherweise auch nicht eintreten wird, dann sollten wir versuchen, in unserer Vorstellungswelt zunächst von dem Besitz zu ergreifen, was wir uns herbeisehnen. Auf diese Weise erhöhen wir die Wahrscheinlichkeit, daß wir es später auch tatsächlich erreichen. In diesem Sinne müssen wir unsere Gedanken wahrheitsgetreu artikulieren, damit sie sich materialisieren können. Unser Unterbewußtsein akzeptiert nur das, woran wir aufrichtig glauben. Mit anderen Worten, es nimmt nur unsere tiefsten Überzeugungen und festen Bekenntnisse an. Demnach ist alles, was sich in unserem Leben ereignet, Manifestation dessen, woran wir glauben. Wenn wir beispielsweise an Liebe, Glück, materiellen Wohlstand und Reichtum glauben, dann werden sich diese Wünsche und Sehnsüchte auch mehr oder weniger eines Tages erfüllen.

Unser Bewußtsein ist der Vollstrecker unserer Absichten und Vorsätze, ganz gleichgültig, ob sie positiv oder negativ sind. Das Prinzip des Seins beruht allerdings nicht nur auf Verurteilung und Verdammung. Vielmehr manifestiert es sich in jener Urteilskraft, mit der wir versehen worden sind, um unsere Absichten selbst zu bewerten. Mit Hilfe dieser Kraft wird es uns auch gelingen, die Hölle und den Himmel vor unserem geistigen Auge zu malen. Nun, viele von uns sind aber eher darauf bedacht, Kummer und Sorgen zu vermeiden als Freude und Genuß zu empfinden. Sie beschäftigen sich daher viel mehr mit dem Gedanken, was sie lieber nicht tun und sein lassen sollten, um der Hölle zu entgehen, als sich auszumalen, wie sie ins Paradies gelangen könnten. Viele von uns machen sich lieber Gedanken über ihre Sünden als darüber, welche guten Taten sie vollbracht haben. Dabei übersehen sie, daß Angst vor Niederlagen letztlich doch Niederlagen nach sich ziehen wird. Das schlechte Gewissen über Sünden, die wir vielleicht in der Vergangenheit begangen haben, veranlaßt uns, uns als ewige Sünder zu betrachten. Die Folge davon ist freilich, daß wir unablässig daran denken, wie wir uns vor der Hölle retten könnten. Nur so ist nachzuvollziehen, warum ein Vorgesetzter davon Abstand nimmt, einen Mitarbeiter, der nicht über die erforderlichen Qualifikationen verfügt, zu entlassen. Denn er befürchtet, dadurch eine Sünde zu begehen, ohne sich darüber im klaren zu sein, daß er durch sein Nichthandeln eigentlich eine Ungerechtigkeit gegenüber anderen Mitarbeitern und der Gesellschaft als Ganzes walten läßt.

Wir sollten auch im Auge behalten, wieviel wichtiger es ist, die Fähigkeit zu besitzen, unsere Vorstellungen getreu abzubilden, als uns nur Wissen anzueignen. Je öfter wir unsere Vorstellungen Revue passieren lassen, um so mehr nimmt auch der Grad der Wahrscheinlichkeit zu, sie realisieren zu können. Es gibt viele Menschen unter uns, die sich nur damit begnügen, Abbildungen der Vergangenheit mit sich zu tragen. Sie übersehen dabei, daß man aus der Vergangenheit nur lernen kann. Wir müssen daher vielmehr bestrebt sein, die Zukunft als etwas Lebendiges in unserer Gegenwart entstehen zu lassen, damit wir das erreichen können, was wir uns wünschen. Unsere Zukunft zeichnet sich in unserem Geist ab; darum müssen wir uns die zu erledigende Angelegenheit oder die zu leistenden Arbeiten von ihrem Ende aus perspektivisch betrachten und sie von vornherein als bereits vollendet ansehen. Auf diese Weise wird es uns gelingen, uns ein umfassendes Bild von unseren Wünschen zu machen und den richtigen Weg zu ihrer Realisierung zu finden. Wir sollten stets daran denken, daß wir, wenn wir an etwas Bestimmtes denken, auch unweigerlich in Richtung seiner Vollendungen gelenkt werden. Versuchen wir uns jene Menschen zu vergegenwärtigen, die in der Lage sind, selbst mit verbundenen Augen bestimmte Dinge zu tun. Sie haben sich diese Fähigkeit aufgrund vieler Fehler aus der Vergangenheit angeeignet und dadurch ihre Unzulänglichkeiten korrigiert oder ganz beiseite geschoben. Dank ihrer Bemühungen sind sie nun in der Lage, die richtigen Dinge auszusuchen und sie so systematisch zu ordnen, daß sie sie sogar mit verbundenen Augen ausfindig machen können.

Bei der Wahl ihrer Ziele gehen viele von uns so vor, daß sie zunächst die Realisierungsmöglichkeiten überprüfen und erst dann aufgrund eingehender Überlegungen ihre Ziele festlegen. Andere wiederum bestimmen zunächst ihre Ziele im Einklang mit ihren Wünschen, Fähigkeiten und Bedürfnissen und ziehen erst dann die Realisierungsmöglichkeiten in Betracht. Es bleibt noch in diesem Zusammenhang anzumerken, daß viele von uns zwar wissen, was sie wollen, aber nur wenige von uns eine genaue Vorstellung darüber haben, warum sie es wollen. Die Vorgehensweise jener Menschen, die präzise Vorstellungen darüber haben, warum sie etwas Bestimmtes begehren, läßt sich wie folgt charakterisieren: Als erstes legen sie ihre Ziele fest, um anschließend deren Realisierungschancen auszumachen.

Im Leben jedes einzelnen von uns gibt es Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten. Deshalb sollten wir uns stets an das alte Sprichwort erinnern, das wir schon kennengelernt haben: “Wir können den Sturm zwar nicht aufhalten, wir können aber unser Boot so steuern, daß wir heil ans Ufer kommen.”

Einbildungen spielen eine große Rolle in unserem Leben. Deshalb können Ideen, denen wir Einlaß in unsere Vorstellungswelt gewähren, von höchster Bedeutung für uns sein. So kann jeder von uns für sich selbst und gemäß seinen geistigen Fähigkeiten bestimmen, welche Ideen er als zulässig erachtet. Danach kann er aufgrund seiner intellektuellen Maßstäbe entscheiden, welche Gedankengänge und Handlungen er als sinnvoll und welche er als absurd zu bewerten und beurteilen hat.

Die geistige Grundhaltung, die in aller Regel in der Kindheit durch die Eltern, insbesondere aber durch die Mutter in jedem von uns geschaffen wird, schreibt vor, welche unserer visuellen oder akustischen Wahrnehmungen wir auf unser Unterbewußtsein transferieren müssen und welche Farbintensitäten wir ihnen dabei zukommen lassen.

Es bedarf wohl keiner besonderen Betonung, daß die Grundvoraussetzung dafür, daß wir unser Ziel erreichen, darin besteht, daß wir erst eine Zielsetzung definieren müssen. Denn nur wenn wir uns ein Ziel gesetzt haben, können wir auch den richtigen Weg zu dessen Verwirklichung finden und bestreiten. Die meisten von uns, denen es versagt bleibt, ihre Ziele zu verwirklichen, übersehen aber, daß sie eigentlich häufiger über die Realisierungsmöglichkeiten ihrer Ziele nachgedacht haben als über die Ziele selbst. Deshalb sind sie sehr schnell von ihren Vorhaben abgerückt, sobald die Schwierigkeiten die Oberhand gewonnen haben. Sie haben es versäumt, ihr Ziel nachhaltig ihrem Unterbewußtsein einzuprägen.

Erst wenn wir den ersten Schritt auf dem Weg zu unserem Ziel gemacht haben, entfalten sich die in uns schlummernden Kräfte, und die Dinge nehmen ihren natürlichen Gang. Vielleicht ist es auch Ihnen einmal passiert, daß Sie aufgefordert oder gebeten wurden, etwas Bestimmtes zu tun. Sie verspürten zunächst keine Lust, auf den Vorschlag einzugehen. Später entwickelten sich die Dinge aber ganz anders. Versuchen wir, dies durch folgendes Beispiel zu verdeutlichen. Ihre Familie bittet Sie, gemeinsam mit ihr einen Spaziergang im Park zu unternehmen. Erst empfinden Sie kein allzu großes Interesse an einem Spaziergang. Sobald Sie sich aber entscheiden, auf den Wunsch Ihrer Familie einzugehen, verspüren Sie eine Energie, die Sie dazu treibt, nicht nur mit Ihrer Familie spazierenzugehen, sondern dies auch mit wahrlich großem Genuß zu tun.

Viele von uns sind von Natur aus eher darauf erpicht, jegliches Leid zu vermeiden, als sich zu bemühen, Freude und Wohlgefühl zu empfinden. Diese Haltung ist übrigens der Grund dafür, daß sie sich stets bemühen, das zu behalten, was sie bereits besitzen, statt es zu bereichern. Kehren wir nach dieser Anmerkung zu unserem Beispiel von vorhin zurück. Sie werden ohne Zweifel nur dann auf den Vorschlag Ihrer Familie positiv reagieren, wenn die Mühe, der Sie sich beim Spazierengehen im Park unterziehen müssen, bedeutend geringer ist als die Freude, die Sie selbst dabei empfinden und natürlich auch Ihrer Familie bereiten.

Auf dem Wege zur Verwirklichung jedes unserer Ziele müssen wir die drei folgenden Stadien ins Auge fassen:

 

1. Festlegung des Ziels

Viele von uns wissen wohl, was sie wollen; die Zahl derer, die aber genau wissen, warum sie es wollen, ist jedoch nicht sehr groß. Um uns selbst klar zu machen, warum wir ein bestimmtes Ziel erreichen wollen, müssen wir zwischen unseren attraktiven und unattraktiven Wertvorstellungen deutlich unterscheiden. Das heißt, wir müssen uns darüber bewußt werden, was wir mögen und was wir verabscheuen. Wenn unsere attraktive Wertvorstellung Erfolg, die unattraktive Niederlage ist, dann wird uns die Furcht vor einer Niederlage daran hindern, den ersehnten Erfolg zu erreichen.

 

2. Einprägen des Ziels im Unterbewußtsein

Je ِfter wir an unser Ziel denken, um so näher werden wir ihm kommen. Bevor wir aber irgendwelche Schritte unternehmen, sollten wir uns gedanklich mit unserem Ziel auseinandersetzen, ohne dabei die potentiellen Lösungswege und RealisierungsMöglichkeiten in Betracht zu ziehen. Wir müssen versuchen, in uns zunächst das Gefühl entstehen zu lassen, als ob wir unser Ziel schon erreicht hätten. Wenn alle Möglichkeiten zur Verwirklichung eines Ziels geschaffen sind, dann ist unsere Einbildungskraft auch groß genug, daß wir es früher oder später erreichen werden. Das heißt, gelingt es uns, unser Vorstellungsvermögen dazuzubringen, fest daran zu glauben, daß wir unser Ziel bereits erreicht hätten, dann wird es sich daran machen, die Grundvoraussetzungen für die Verwirklichung dieses Ziels zu schaffen.

 

3. Entscheidungsfindung und Ausführung

Unmittelbar nach der Entscheidungsfindung müssen wir zur Tat schreiten. Sobald wir die Verantwortung für die Realisierung unseres Ziels übernommen haben, entfaltet sich jene Kraft in uns, die uns zu ihm geleiten wird. Daher sind die richtige Wahl und die Festlegung des Ziels von entscheidender Bedeutung. Wir müssen auch analysieren, warum wir uns ausgerechnet dieses und nicht ein anderes Ziel gesetzt haben und dabei im Auge behalten, daß nur motivierende Ziele die in uns schlummernden Kräfte mobilisieren können.Um das gewählte Ziel unserem Unterbewußtsein aufzuoktroyieren, müssen wir so tun, als ob wir es schon erreicht hätten, ohne dabei unbedingt über die RealisierungsMöglichkeiten nachzudenken. Wir müssen uns gedanklich so intensiv mit unserem Ziel beschäftigen, bis wir es verinnerlicht oder, anders ausgedrückt, die Vorahnung haben, daß wir es erreichen werden. Jedweden Zweifel, der diese Zuversicht in Frage stellt, müssen wir vermeiden. Die nächste Phase ist das aktive Handeln zur Verwirklichung des vorgenommenen Ziels unter Ausnutzung jener grenzenlosen Kraft, die uns Gott beschert hat. Sie wird in dem Augenblick wirksam, in dem wir uns entschlossen haben, zur Tat zu schreiten. Viele von uns aber haben so selten Entscheidungen getroffen, daß sie ihre Entschlußkraft praktisch verloren haben. Nachdem wir nun unser gestecktes Ziel in unser Unterbewußtsein übertragen haben, müssen wir uns fragen, was wir tun müssen, um es auch erreichen zu können. Solche Fragen spielen eine entscheidende Rolle bei der Mobilisierung der gewaltigen Kräfte, die in uns stecken. Während Fragen wie “Was tun?” uns an die Zukunft orientieren, werfen uns Fragen wie “Warum?” und “Wozu” in die Vergangenheit zurück.

 

Nun, was benötigen wir, um Ziele definieren und sie auch realisieren zu können? Reicht es etwa aus, nur darüber nachzudenken? Kann unser Verstand, der ein Produkt unserer Erfahrungen und Erlebnisse während unseres kurzen Lebens ist, allein unsere Probleme lösen? Wir müssen bedenken, daß wir zur Verwirklichung unserer Ziele nicht nur Lösungswege brauchen, sondern auch einen starken Willen benötigen. Woher beziehen wir aber diese Willenskraft? Stimmt es, daß unsere Emotionen unseren seelischen Zustand widerspiegeln? Es gibt Menschen, die keine allzu hohe Bildung besitzen, aber durch ihre seelische und emotionale Stärke beachtliche Erfolge erreicht haben. Andere wiederum sind vergeblich durchs Feuer gegangen und gegen den Strom geschwommen, ohne den ersehnten Erfolg für sich verbuchen zu können. Wie hieß es so schön: “Der Einfältige überquert den Fluß barfuß, während der Weise vergeblich die Brücke sucht!” Wen wundert es also, wenn die letzteren nach einiger Anstrengung ermüdet und enttäuscht das angepeilte Ziel aufgeben. Wir müssen daher versuchen, mit Hilfe unseres Verstandes und unserer Emotionen Lösungen für unsere Probleme herbeizuführen. Denn weder der Verstand noch das Herz allein kann uns zum Erfolg verhelfen. Wenn aber zwischen diesen beiden Wegweisern Harmonie und Einklang bestehen, wird uns die Seele den richtigen Pfad zum Ziel zeigen.

Es gibt viele Menschen unter uns, die von Grund auf negativ eingestellt sind. Das einzige, das sie offensichtlich fertig bringen, sind lapidare Äußerungen, wie: “Das geht doch nicht!” oder “Das kann nicht möglich sein!”. Sie setzen solche Behauptungen jedem konstruktiven Vorschlag und jeder noch so einleuchtenden Idee entgegen, um sich der Verantwortung zu entziehen. Dabei übersehen sie, daß sie eigentlich eine ganz andere Feststellung treffen müßten, um ihre Kräfte für die Realisierung ihrer Ziele mobilisieren zu können, nämlich die, die wie folgt lautet: “Gott wird mir den Weg zeigen, so daß ich innerhalb einer bestimmten Frist, die ich mir stelle, mein Ziel erreichen werde.” Nur mit einer solchen Zuversicht können sie ihre Kräfte, die ihren Ursprung in Gott haben, reaktivieren und mobilisieren.

Wenn unser Verstand, nachdem er alle denkbaren Möglichkeiten überprüft hat, uns zu verstehen gibt, daß er keinen gangbaren Weg zum Ziel gefunden hat, dann heißt es noch lange nicht, daß es wirklich keinen Weg zum Ziel gibt. Denn unser Verstand ist nicht mehr als ein Produkt unserer Lebenserfahrungen. Unsere Gefühle und unsere Seele können Dinge wahrnehmen, die unserem Verstand häufig verborgen bleiben. Wenn wir also den Eindruck haben, daß wir sozusagen am Ende unseres Lateins sind, müssen wir die nötige Unterstützung bei unserer Seele suchen. Mit ihrer Hilfe können wir für jede Frage eine Antwort und für jedes Problem eine Lösung finden. Denn sie ist ein Hauch unseres erhabenen Schِpfers, der über alles wacht. Wenn es uns auf diese Weise gelingt, unsere innerste Stimme wahrzunehmen, dann werden wir auch den Weg zu unserem Ziel finden, vorausgesetzt, wir sind stark genug, das Chaos, das sich in Gestalt von Neid, Haß und Rachgier in unserer Seele eingenistet hat, zu vertreiben.

Alles, was sich um uns herum ereignet, hinterläßt Spuren in uns. Dabei ist das Ereignis dieses Vorgangs an sich nicht so wichtig; viel bedeutsamer ist, wie wir das Geschehene verarbeiten und damit umgehen. Wissenschaftliche Experimente habe die Richtigkeit dieser These vielfach beweisen. Bei einem dieser Experimente wurde eine kleine Eisplatte auf den Körper der Versuchsperson gelegt, die unter Hypnose stand. Danach wurde ihr suggeriert, daß es sich bei diesem Gegenstand um ein Stück heißes Eisen handle. Sofort veränderte sich das äußere Aussehen der Körperstelle, die sich bald darauf in eine Blase verwandelte. Dieser Versuch demonstriert deutlich, wie unsere Sinneswahrnehmung auf äußere Signale reagiert und manipuliert werden kann.

In Wirklichkeit existiert nur eine Weltseele, die des Gottes. Gott hat uns, seinen irdischen Geschِpfen, einen Strahl seiner Seele beschert. Daher sind die Seelen aller Menschen miteinander verbunden, ohne daß sie sich dessen bewußt wären. Anders ausgedrückt, wir Menschen stehen über unser Unterbewußtsein miteinander in Verbindung. Dies können wir durch folgendes Beispiel verdeutlichen: Sie entschließen sich, eine bestimmte Automarke in zweiter Hand zu kaufen und denken daran, diese ihre Absicht nächsten Monat in die Tat umzusetzen. In dem Augenblick, in dem Sie sich den von Ihnen bevorzugten Autotyp im Geiste vorstellen, wird irgendein Besitzer eines solchen Fahrzeuges unbewußt eine Botschaft von Ihrer Absicht erhalten. Es ist sogar durchaus möglich, daß er genau in diesem Augenblick seine Frau danach fragt, was sie davon hielte, wenn er sein Auto verkaufen und dafür ein anderes kaufen würde. Darauf hin vergeht eine gewisse Zeit, bis er in der Tat seinen Wagen zum Verkauf einem Autohändler überläßt. Sie kaufen dann ausgerechnet bei diesem Autohändler das Auto, das Sie sich gewünscht hatten.

Es ist von großer Wichtigkeit, daß wir beim Registrieren unseres Ziels in unserem Unterbewußtsein eine bestimmte Frist für dessen Realisierung festlegen. Andernfalls wird das Ziel von unserem Unterbewußtsein nicht als solches akzeptiert. Dieser Prozeß begegnet uns häufig in unserem täglichen Leben. Wenn Sie beispielsweise die Bitte Ihres Kindes, mit ihm im Park spazierenzugehen, mit einem lapidaren Ja beantworten, ohne einen festen Zeitpunkt zu nennen, dann ist es Ihnen und Ihrem Kind wohl klar, daß Sie es nicht so ernst meinen. Wenn Sie aber einen mehr oder minder genauen Zeitpunkt angeben und Ihrem Kind sagen, daß Sie z. B. am kommenden Mittwoch um 14 Uhr diesen Spaziergang mit ihm unternehmen werden, dann werden Sie sich auch mit Leib und Seele darauf einstellen.

Wir müssen uns über die Vorgehensweise unseres Bewußtseins im klaren sein und wissen, daß es häufig negative Ideen und Gedanken nicht akzeptiert. Bestehen wir jedoch darauf, daß es dies unbedingt tun soll, dann folgt es auch unserem Wunsch, weil es davon ausgeht, daß dies unser fester Wille sei. Nehmen wir folgendes Beispiel: Sie sind mit Ihrem Auto unterwegs und denken ununterbrochen daran, daß Sie hoffentlich keinen Unfall bauen werden! Ihr Bewußtsein handelt nun folgendermaßen: Es verdrängt Ihren Wunsch, ohne einen Zwischenfall ans Ziel zu gelangen, und konzentriert sich umgekehrt so lange auf die Möglichkeit eines Autounfalls, bis es tatsächlich auch zu einem Unfall kommt. Dann wundern Sie sich und empfinden es als sehr merkwürdig, daß genau das eingetreten ist, was Sie befürchtet hatten und vermeiden wollten! Dabei übersehen Sie aber, daß Sie selbst ungewollt die negative Botschaft von einem möglichen Autounfall an Ihr Bewußtseins gesendet haben.

Wir müssen deshalb stets bemüht sein, möglichst positive Botschaften, Wünsche und Ideen zu entwickeln, und uns angewöhnen nur über solche nachzudenken. Dann werden wir auch in die Richtung gelenkt, in die sich unsere Gedanken ausbreiten. In diesem Sinne beschäftigen wir uns im folgenden mit einem anderen Beispiel aus dem praktischen Berufsleben: Nehmen wir an, Sie wünschen sich eine Beförderung an Ihrem Arbeitsplatz. Versuchen Sie sich daher voller Hingabe und Konzentration vorzustellen, Sie hätte diese Beförderung von Ihrem Vorgesetzten erhalten. Bald werden Sie sich wundern, wenn Ihr Vorgesetzte in der Tat lächelnd und freundlich, genau wie Sie sich ihn in Ihrer Vorstellung ausgemalt haben, auf Sie zukommt und Ihnen die ersehnte Beförderung überreicht. “Wie ist dies denn möglich?” werden Sie nun fragen. Die Erklärung ist einfach und lautet wie folgt: Ihr Vorgesetzter hat, ohne sich dessen bewußt zu sein, eine Botschaft von Ihrem geheimen Wunsch erhalten und führt nun genau das aus, was Sie von ihm erwartet haben.

Kreatives Vorstellungsvermögen setzt voraus, daß sich unser Körper und unsere Seele in Ruhe und Ausgeglichenheit befinden. Daher sollten wir nur in einem solchen Zustand versuchen, das, was wir uns herbeiwünschen, in unserem Bewußtsein abzubilden. Das Abbild unserer Sehnsucht wird dann allmählich in unser Unterbewußtsein transferiert. Und alles, was wir unserem Unterbewußtsein einprägen, wird sich auch eines Tages bewahrheiten; dessen können wir gewiß sein!

Viele von uns sind aber nicht in der Lage, das, was sie sich wünschen, in ihrem Unterbewußtsein abzubilden, weil sie von Anfang an nur den möglichen Weg zum Ziel ins Auge fassen und sich weniger mit dem Ziel selbst beschäftigen. Sie werden deshalb die eventuellen Schwierigkeiten bei der Verwirklichung ihres Ziels so unerträglich finden, daß sie lieber gleich alles aufgeben möchten. Bei dieser Kategorie von Menschen überwiegt die Qual, die sie vor dem Erreichen ihres Ziels erleiden müssen, die Freude, die sie nach dessen Realisierung empfinden würden. Folgendes Beispiel soll dies verdeutlichen: Ist die Unannehmlichkeit des Frühaufstehens grِßer als das Vergnügen, das man beim Bergsteigen am frühen Morgen empfindet, dann wird man auch mit ziemlicher Sicherheit auf das Bergsteigen verzichten. Ein weiteres Beispiel: Wenn Schlaf für uns wichtiger ist als Sport, dann werden wir uns auch kaum die Mühe geben, früh morgens aufzustehen, um Leibesübungen durchzuführen. Das heißt, es ist ungemein wichtig, daß wir uns darüber bewußt sind, welche Wertvorstellungen unserem Leben zugrunde liegen. Attraktive Wertvorstellungen, die uns Freude spenden und Glücksgefühl vermitteln, wie Erfolg und Unabhängigkeit, aber auch unattraktive Wertvorstellungen, die uns Schmerz und Leid verursachen, wie Depression, Wut und Niederlage, spielen eine große Rolle in unserem Leben.

Wir halten also noch einmal fest: Die wichtigste Bedingung zur Verwirklichung eines Ziels besteht darin, daß wir uns ein solches setzen und mehr daran denken als an den Weg, der möglicherweise zu ihm führt. Wir müssen jedoch feststellen, daß die meisten von uns dazu neigen, ihre Ziele vorwiegend durch den Blickwinkel des Verstandes zu betrachten und sie vernunftgemäß abzuwägen. Sie treiben dies so weit, daß sich ihre Ziele irgendwann als unrealistisch und unerreichbar erweisen. Nehmen wir zum Beispiel an, Sie beabsichtigen, sich ein Haus zu kaufen. Ihr Verstand wird nun intervenieren und nach Ihrem Einkommen und Ihren Ersparnissen fragen, die Sie zu diesem Zweck zurückgelegt haben. Ferner wird er sich für die aktuelle Inflationsrate interessieren, die Vor- und Nachteile Ihrer Entscheidung durchleuchten und vor allem die Gründe, die gegen Ihre Absicht sprechen, auf die Goldwaage legen, bis Sie schließlich auf den Kauf eines Haus verzichten. Auf diese Weise wird wohl das Abbild Ihres Zieles niemals in Ihr Unterbewußtsein eindringen können.Das Fazit?: Sie vergessen, daß Sie je die Absicht hatten, sich ein Haus zu kaufen! Die Intervenierung des Verstandes muß daher erst nach der Registrierung des Ziels im Unterbewußtsein erfolgen.

Wenn Sie aber von Anfang an nur über Ihr Ziel nachdenken und sich vorstellen, daß Sie mit Ihrer Familie in Ihrem neuen Haus friedlich und zufrieden leben, und daß die Verwandten und Freunde Ihnen ihre Glückwünsche aussprechen, dann wird sich Ihr Ziel aufgrund der kontinuierlichen Beschäftigung Ihrer Phantasie mit ihm in Ihr Unterbewußtsein einprägen. Sehr bald werden Sie die Vorahnung haben, daß sich Ihr Traum bewahrheiten wird. In diesem Stadium müssen Sie sich aber mit folgender Frage auseinandersetzen: “Was muß ich tun, damit ich innerhalb einer bestimmten Zeitspanne, beispielsweise von drei Jahren, Besitzer eines Hauses bin?” Denn, wenn Sie keine zeitlichen Angaben hinsichtlich der Realisierung Ihres Ziels machen, wird Ihr Unterbewußtsein auch keine Akzeptanz für Ihr Ziel zeigen.

Es ist die Harmonie von Vernunft und Gefühl, die zur Kreativität führt. Wenn man sich aber nur einem von beiden bedient, wird man nie den ersehnten Erfolg erleben.

Es kommt nicht selten vor, daß unsere Sinne uns nicht gehorchen, ja uns sogar verspotten, indem sie ironisch zu verstehen geben, daß wir uns zu viel vorgenommen haben. Sie sagen uns beispielsweise, daß wir ein Ziel, das wir uns gesetzt haben, nie erreichen werden, weil es eine Nummer zu groß sei. Sobald aber die Hoffnungslosigkeit die Oberhand gewonnen hat, verschwindet das Ziel aus unseren Augen; an seine Stelle treten Zweifel, Angst und Entsetzen. In dieser Situation muß unser Verstand die Kontrolle über unsere Sinne übernehmen, statt sich ihnen zu unterwerfen. Andernfalls werden wir auf dem halben Weg kehrtmachen. Und genau das ist es, was viele von uns tun und sich dann lieber mit anderen Dingen beschäftigen. Und sie tun es so lange, bis sie im Grunde genommen nichts erreichen.

Wenn Sie also einem Menschen begegnen, der die gleichen Ziele gehabt hat wie Sie, ohne sie aber verwirklichen zu können, dürfen Sie nicht aufgeben. Denn Aufgeben würde nur eine emotionelle Reaktion bedeuten. Vielmehr müssen Sie Ihren Verstand zur Hilfe rufen und dann versuchen herauszufinden, welche Fehler dieser Mensch begangen und was er unternommen bzw. unterlassen hat, was das Scheitern seines Zieles verursacht hat. Versuchen Sie also bei der Festlegung Ihre Ziele Ihre eigenen Gefühle und Wünsche zu berücksichtigen. Denn, nur wenn Sie wirklich fest an etwas glauben, können Sie sicher sein, daß es sich eines Tages materialisieren wird.

Schon während der Kindheit hat man uns einsuggeriert, daß wir stets vernünftig und kooperativ sein müssen und emotionale bzw. unlogische Verhaltensweisen möglichst vermeiden sollten. Es ist uns auch beigebracht worden, daß wir unsere Gefühle und Empfindungen unterdrücken oder sie bestenfalls als Charakterschwäche ansehen. Je mehr wir aber unsere Empfindungen unterdrücken oder vernachlässigen, um so mehr sorgen wir ungewollt dafür, daß sie sich in einer anderen Form manifestieren. Wenn wir aber umgekehrt auf unsere innere Stimme hِren und ihr folgen, werden wir uns zum Träger einer natürlichen und kreativen Kraft entwickeln.

Wir müssen unseren unbewußten Empfindungen erlauben, das zu artikulieren, was wir uns wünschen oder ablehnen. So können wir die Energie, die in uns steckt, aktivieren, ja sogar intensivieren. Sie läßt sich von uns auf andere übertragen oder umgekehrt. Je intensiver wir uns dieser Energie als der Strömung, die in uns allen fließt, bewußt werden, um so effektiver können wir sie einsetzen. Je mehr wir von ihr aufnehmen, um so mehr können wir sie wiederum an andere weitergeben. Geiz, Neid, Konkurrenz, Rachgier und Bosheit sind Hindernisse, die der Ausbereitung dieser Energie entgegenstehen.

Wenn wir alle Anstrengungen unternehmen, um etwas zu tun, was nicht so leicht zu handhaben ist, dann macht sich eine innere Botschaft in uns hörbar. Sie sagt uns, daß wir es vorläufig sein lassen und zu einem späteren Zeitpunkt überprüfen sollten, ob wir es auch wirklich tun wollen. In diesem Zusammenhang sollten wir uns vielleicht daran erinnern, daß die Morgendämmerung stets von den dunkelsten Stunden des Tages eingeleitet wird. So treten tiefgreifende Veränderungen häufig gerade dann ein, wenn wir unsere Wünsche und Träume gänzlich aufgegeben haben oder weniger denn je mit deren Erfüllung rechnen.

Viele von uns sind mit ihren Gefühlen nicht in Harmonie. Wenn wir unsere Gefühle unterdrücken oder sie nicht angemessen artikulieren, können wir auch nicht mit unserer Seele kommunizieren. Ebenso wenig werden wir in der Lage sein, unsere innere Stimme wahrzunehmen oder - und darüber kann kein Zweifel bestehen - unser Leben zu genießen.

Es ist durchaus möglich, daß die Umstände, unter denen wir groß geworden sind, unseren Eltern nicht erlaubt haben, ihre eigenen und unsere Zuneigungen und Vorlieben gebührend zu pflegen. Vielleicht waren unsere Eltern auch derart mit ihren eigenen Problemen und Aufgaben beschäftigt, daß sie schlicht und einfach nicht in der Lage waren, auf unsere Gefühle und Emotionen einzugehen und uns die nötige Fürsorge zukommen zu lassen.

Wenn wir den Eindruck haben, daß niemand uns zuhört und unsere Empfindungen ernsthaft zur Kenntnis nimmt, oder immer, wenn wir unsere Gefühle artikulieren, nur negative Reaktionen ernten, dann lernen wir sehr bald, wie wir sie unterdrücken können. Als Folge davon werden wir Empfindungen, wie Kummer, Wut oder Angst, zu verdrängen versuchen und uns weigern, sie wahrnehmen zu wollen. Diese Haltung wird uns wiederum daran hindern, solche Gefühle zu ergründen. Würde jemand uns dann auffordern, unsere Emotionen intensiver zu empfinden und zu erleben, so würden wir sehr verwundert reagieren. Wir können uns aber nur dann frei fühlen und mit uns zufrieden sein, wenn wir uneingeschränkt alle Bestandteile unseres Wesens akzeptieren. Oft neigen wir aber dazu, bestimmte Gefühle und Emotionen als besonders schmerzlich zu empfinden und sie daher zu vermeiden. In Wirklichkeit leisten wir aber Widerstand gegen unsere eigenen Gefühle. Denn genau genommen gibt es keine positiven oder negativen Gefühle. Wir machen sie zu solchen, indem wir sie akzeptieren oder ablehnen.

Es ist wichtig, daß wir unsere Ängste kennen und sie auch akzeptieren. Wenn wir sie akzeptieren und nicht versuchen, sie zu überspielen oder mit Gewalt zu verdrängen, dann werden wir mehr Sicherheit verspüren. Als Folge davon werden unsere Ängste allmählich verschwinden.

Niemand kann uns zu einer willenlosen Kreatur machen, es sei denn, wir lassen es zu. Solange wir uns davor drücken, die Verantwortung für unsere Taten und chaotischen Verhältnisse zu übernehmen, versperren wir den Weg für jede Veränderung und jeden Wandel zum Besseren. Dann glauben wir, so lange ausharren zu müssen, bis der vermeintliche Überltäter, der das ganze zu verantworten hat, eines schِnen Tages auftaucht und sein Verhalten uns gegenüber freiwillig und nach eigenem Gutdünken ändert.

Wenn Sie Ihre Gefühle nicht artikulieren, sondern sie für sich behalten, dann wird das Geschrei der Verzweiflung in Ihrem Innern Sie daran hindern, die zarte Stimme Ihres inneren Ichs wahrzunehmen. Geben Sie sich daher anderen gegenüber so aus, wie Sie wirklich sind. Wenn Sie z. B. traurig oder wütend, ratlos oder enttäuscht sind, so versuchen Sie Ihre Empfindungen zum Ausdruck zu bringen. Wenn Sie hingegen dazu neigen, sich zu verstellen und gute Miene zum bösen Spiel zu machen, dann müssen Sie sich nolens volens damit abfinden, immer wieder Enttäuschungen und Erniedrigungen hinzunehmen. Wenn Sie Ihre Emotionen nicht ausdrücken, komprimieren sie sie im Laufe der Zeit so weit, daß sie eines Tages explodieren. Wenn jemand Sie vor versammelter Mannschaft verspottet, dann geben Sie ihm deutlich zu verstehen, daß er Sie dadurch gekränkt hat. Nur wenn Sie so handeln, werden Sie sich später nicht mehr durch Hohn und Spِttelei gekränkt fühlen. Diese Vorgehensweise wird nämlich verhindern, daß Ihre innere Energie aufhört zu existieren. Anders ausgedrückt, zeigen Sie durch Ihr konsequentes Verhalten Ihrem inneren Ich, daß Sie es zu schützen gewillt sind. Wenn Sie aber Ihre Gefühle unterdrücken, werden sie sich früher oder später lärmend bemerkbar machen und Sie daran hindern, Ihre innere Stimme wahrzunehmen. Wenn Sie also bittere Gefühle, die Hohn und Spott in Ihnen hervorrufen, ignorieren oder zu verheimlichen versuchen, dann können Sie sicher sein, daß sie sich bald in verschiedenen Formen manifestieren werden. Wenn Sie zulassen, daß das Gerede und die Meinungen anderer über Sie wie ein Gift auf Sie einwirken, dann werden Sie niemals Ihre tiefgründigen Ideale und Wünsche begreifen.

Unsere Überzeugungen sind in Wirklichkeit nichts anderes als Gedanken, die sich ständig formieren und unser Leben formen. Sie üben sogar einen starken Einfluß auf unseren Körper aus. Würden sich unsere Überzeugungen und Gedanken zu einer Einheit vereinigen, dann wären wir in der Lage, die meisten unserer Probleme zu lِsen. Wenn wir aber einerseits glauben, daß Reichtum etwas Verwerfliches sei, andererseits wiederum davon überzeugt sind, daß er für das Wohl unserer Familie eine wichtige Rolle spielt, dann entsteht ein Widerspruch zwischen dem, woran wir glauben, und dem, wovon wir überzeugt sind.

Gefühle wie Angst, Wut, Zweifel und Rachsucht, die so oft von uns Besitz nehmen, können wir mit jenen fremden Eindringlingen vergleichen, die sich mit Gewalt Zugang zu einer friedfertigen Burg verschaffen, um sie zu plündern und dem Boden gleich zu machen. Viele von uns lassen es zu, um bei diesem Gleichnis zu bleiben, daß diese Fremdlinge ihr Haus betreten, und tragen sie sogar mit sich herum, ohne das geringste über sie zu wissen. Sie entdecken den wahren Charakter dieser Fremdlinge nur dann, wenn diese sich in bestimmten Situationen offenbaren.

Stellen sie sich vor, ein ungeschickter Autofahrer schneidet Ihnen plِtzlich den Weg ab und zwingt Sie dadurch, voll auf die Bremse zu treten. Wenn Sie nun Ihre Ruhe verlieren, die Fahrgeschwindigkeit erhِhen und ihn verfolgen, um Ihrerseits ihm den Weg abzuschneiden und so zu demonstrieren, wie unangebracht Sie sein Fahrverhalten gefunden haben, dann haben Sie nur eines bewiesen, daß auch Sie Opfer Ihrer eigenen Dämonen, Wut, Haß und Rache, geworden sind, die Sie in Ihrem Innern beherbergen. Wenn Sie aber diese Dämonen nicht mit sich herum führen, kann auch niemand Sie enttäuschen, in Raserei versetzen oder Ihre Seele betrüben.

Wenn jemand beim Einkaufen in einem Kaufhaus bewußt und absichtlich ignoriert, daß Sie vor ihm daran sind, dann lassen Sie nicht zu, daß sich der Dämon des Hasses Zugang zu Ihrem Herzen verschafft. Geben Sie lieber der Liebe diese Chance.

Immer, wenn Sie sich vornehmen, Ihren Mitmenschen zu zeigen, daß Sie besser und fähiger sind als sie, dann haben Sie der Zwietracht und Mißgunst die Gelegenheit gegeben, sich in Ihr Herz einzunisten. Vergessen Sie nicht, daß Haß- und Rachegefühle, die Sie in Ihren Gedanken frِnen, tِdlicher sein können als Krebsgeschwüre. Diese Parasiten nesten sich in Ihrem Herzen ein und zerfressen langsam Ihr Wesen. Sie sorgen dafür, daß Ihre Energie allmählich verbraucht ist.

Das Leben konfrontiert uns ständig mit der Frage: “Was möchtest du? Was sind deine Wünsche?”

Um einen gesunden Körper und eine intakte Seele zu haben, müssen wir auch den anderen Wohlergehen gِnnen und ihnen das Beste wünschen.

Eltern übertragen oft ihre berechtigten oder unbegründeten Ängste, Überzeugungen und Vorstellungen auf ihre Kinder; und zwar nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. Das ist auch der Grund dafür, daß Ihre Kinder augenblicklich Ihre Unruhe erkennen, wenn Sie besorgt und betrübt sind, aber mit einem aufgesetzten Lächeln das Haus betreten und sich gleich in Ihr Zimmer zurückziehen. Wenn Sie sich als Erwachsene nicht so verhalten, wie es eigentlich Ihnen zumute ist und das nicht aussprechen, was Ihnen am Herzen liegt, dann merken Ihre Kinder intuitiv diesen Widerspruch und reagieren darauf entsprechend. Wenn Sie wütend oder traurig sind, jedoch versuchen, Ihre Ruhe äußerlich zu bewahren und sich gefaßt zu geben, dann ist es durchaus möglich, daß Ihre Kinder mit Zerstِrungswut und Unbändigkeit auf Ihre Haltung reagieren. Während Sie bemüht sind, die Kontrolle über sich nicht zu verlieren, erhalten Ihre Kinder energetische Signale von Ihrer inneren Unruhe und reagieren dementsprechend. Wenn Sie aber Ihre seelische Verfassung offen artikulieren, z. B. sagen: “Kinder, seid ruhig, ich möchte allein sein.”, kann Ihr Verhalten den Kindern zunächst vielleicht etwas sonderbar erscheinen, aber sie werden auf Ihren Wunsch eingehen und sich ruhig verhalten. Sie werden sich mit der augenblicklichen Situation abfinden und, was sehr wichtig ist, die Übereinstimmung zwischen Ihren verbalen Äußerungen und Ihrer momentanen Gefühlslage erkennen.

Die Stärke eines Menschen leitet sich von der Macht seiner Gedanken ab. Wenn er denkt, mobilisiert er seine inneren Kräfte. Seine Zukunft wird durch seine gegenwärtigen Gedankengänge geformt.

So wie wir unsere Gefühle anderen Menschen entgegenbringen, werden wir sie auch ähnlich von ihnen empfangen. Wenn wir unseren Mitmenschen gegenüber nur Haß, Feindseligkeit und Rachsucht hegen, erfüllen wir unser Wesen mit einem Gift, welches den süßen Nektar unseres Lebens in eine bittere Substanz verwandelt.

Umfangreiche Forschungsergebnisse auf dem Gebiet der Biochemie haben den Beweis dafür erbracht, daß positive bzw. negative Gedanken unterschiedliche Mengen eines Stoffes namens Endorphin im Gehirn produzieren. Während negative Gedanken, die durch Endorphin bedingt sind, verschiedene physische und psychische Krankheiten verursachen, wirkt sich dieser Stoff beim Dominieren von positiven und harmonischen Gedanken heilend aus.

Wenn Sie die Lebensführung bestimmter Personen aus Ihrem Verwandten- bzw. Bekanntenkreis unter die Lupe nehmen, stellen Sie in Wirklichkeit Ihr eigenes, unausgeglichenes Persönlichkeitsbild bloß. Menschen, die von Ihnen oder anderen beurteilt werden, werden sich ihrerseits Gewißheit über Charaktere und Gemüter jener verschaffen, die über sie Urteil abgeben. Wenn Sie die anderen kritisieren, diskriminieren oder beschuldigen, müssen Sie sich darüber im klaren sein, daß Sie in Wirklichkeit und ohne es vielleicht zu wissen, Gifte aussprühen, die sich seit langem in Ihrer Seele eingenistet haben. Versuchen Sie statt dessen, die Menschen so zu akzeptieren wie sie sind, ohne Rücksicht darauf, ob sie dick oder dünn, klein oder groß, dunkel- oder hellhäutig sind oder welche Standpunkte sie vertreten. Denken Sie immer daran, daß jedem von uns das Recht zusteht - um es symbolisch auszudrücken -, seinen Garten so zu bepflanzen, wie er ihn seinen Bedürfnissen für angemessen hält.

Jeder von uns verkörpert zwei unterschiedliche Welten, eine äußere und eine innere. So sehr auch diese beiden Weltsphären von einander verschieden erscheinen mögen, sie sind ihrem Wesen nach identisch. Der einzige Unterschied zwischen ihnen besteht darin, daß die eine optisch wahrnehmbar ist, während die andere verborgen bleibt. Die objektive und fühlbare äußere Welt können wir mit Hilfe unserer Sinne wahrnehmen. Die subjektive und verborgene innere Welt, die ein unergründliches Konglomerat aus Gedanken, Gefühlen, Emotionen, Überzeugungen und Reaktionen darstellt, entzieht sich jedoch unserem Wahrnehmungsvermögen.

In welcher dieser Welten leben wir? können unsere Sinne uns helfen, die Welt, in der wir leben, zu entdecken, oder leben wir nur in einer nicht wahrnehmbaren, subjektiven Welt? Die Wahrheit ist, daß sich unser Leben in der inneren Welt abspielt. Die unterschiedlichsten Gefühle und Emotionen, denen wir unterworfen sind, haben ihren Ursprung in dieser Welt. Sie ist es, die uns Qual, Freude und Glückseligkeit bereitet.

Falls Sie beabsichtigen, Ihr Leben zu ändern, dann müssen Sie die Art und Weise, wie Sie auf das Leben reagieren, gründlich überdenken. Wenn Sie die Verhaltensmuster anderer Menschen stets negativ einschätzen, dann wird diese Art der Interpretation ihren nachhaltigen negativen Einfluß auch auf Sie nicht verfehlen. Früher oder später wird sie psychische Störungen und Verwirrungen in Ihnen hervorrufen, die fatale Folgen für Sie haben können.

Jene Menschen unter uns, die sich von der Persönlichkeitsstruktur anderer Menschen nachhaltig beeinflussen lassen, beeinträchtigen ihre eigene Entfaltung und Weiterentwicklung. Wir sollten daher erkennen, daß wir selbst den Gang unseres Lebens bestimmen und gestalten müssen.

Viele von uns glauben, daß sie über besondere Mittel verfügen müssen, um erfolgreich zu sein. Beispielsweise halten sie ein ausreichendes Anfangskapital als eine unbedingt notwendige Voraussetzung, um ihre finanzielle Situation verbessern zu können. In Wirklichkeit brauchen sie aber nicht unbedingt viel Geld, um dieses Anliegen zu verwirklichen, sondern sollten vielmehr andere davon überzeugen, daß es sich lohnt, sich an den notwendigen Investitionen anteilmäßig zu beteiligen oder ihr Bargeld leihweise zur Verfügung zu stellen. Man könnte es scherzhaft auch so formulieren: Sie brauchen nicht ihre eigenen Beine zu bewegen, um vorwärts zu kommen, wenn sie es schaffen, andere zu überreden, sie auf ihrem Rücken zu tragen und zum Ziel zu bringen.

Unsere Einbildungskraft kann nicht zwischen Realität und Phantasie unterscheiden. Ob wir das Umkippen eines Autos mit eigenen Augen sehen oder es uns im Geiste nur vorstellen, ist unserem Vorstellungsvermögen einerlei. Dies ist eben jene göttliche Gabe, aus der wir den größtmöglichen Vorteil ziehen sollten. Wenn wir davon überzeugt sind, daß wir erfolgreich sein werden, dann werden sich auch die Voraussetzungen dafür von selbst ergeben.

Wußten Sie schon, daß sich unser Denkprozeß auf der Grundlage der Abbilder vollzieht, die sich in unserer Vorstellungswelt befinden, in der Wörter keine Rolle spielen? Machen wir uns das anhand eines Beispieles klar: Wenn wir von einer Rose sprechen, so sind es nicht die einzelnen Buchstaben R, o, s e, die sich in unserem Bewußtsein abbilden, sondern die Vorstellung der Rose als Ganzes. Eine der größten Errungenschaften der Psychologie in diesem Jahrhundert ist die Entdeckung, daß die mentalen Abbildungen genauso wie die physischen Erfahrungen ins Gehirn übertragen werden. Das heißt, wenn wir ein bestimmtes Bild vor Augen haben, wird es von unserem Unterbewußtsein als etwas Endgültiges erfaßt und so behandelt, als ob es eine tatsächliche, bereits erlebte Erfahrung wäre. Solche Abbildungen werden in unserem Unterbewußtsein als praktische Erfahrungen aus dem realen Leben aufgefaßt, auf deren Grundlage sich unsere Handlungs- und Verhaltensweisen formieren. Es ist unsere Vorstellungskraft, die unseren Überzeugungen einen realen Sinn verleiht. Jedesmal wenn wir uns etwas Bestimmtes vorstellen, erwarten wir, daß es sich materialisiert. Auf der Grundlage dessen, was wir uns bildhaft vorgestellt haben, treffen wir unsere Entscheidungen, die wir dann in die Tat umsetzen.

Zwischen unserem Körper und unserer Seele besteht eine perfekte Harmonie. Wenn wir fröhlich und guter Laune sind, befindet sich unser Körper in einem anderen Zustand als wenn wir niedergeschlagen und deprimiert sind. Wir sollten daher versuchen, uns zu erinnern, in welcher physischen und psychischen Verfassung wir uns befunden haben, als wir beispielsweise erfolgreich waren. Schon der bloße Versuch, genau diesen körperlichen und seelischen Zustand nachzuempfinden, wird unsere Geisteshaltung maßgeblich positiv beeinflussen. Immer wenn wir betrübt und besorgt sind, stützen wir unwillkürlich das Kinn in die Hände. Umgekehrt, wenn wir uns eines großen Erfolgs erfreuen ö, stemmen wir die Arme in die Hüften. Bei diesen und ähnlichen Reflexhandlungen handelt es sich um ganz normale und natürliche Gewohnheiten. Darum ist es sehr wichtig, daß wir unsere körperliche Haltung ändern, um unsere seelische Verfassung entsprechend zu beeinflussen. Anders ausgedrückt, wir sollten stets eine Körperhaltung einnehmen, die Kraft ausstrahlt und Entschlossenheit demonstriert. Dementsprechend sollten wir uns auch artikulieren und benehmen. Studieren Sie aufmerksam Ihre Körperhaltung, die Sie nach dem Empfang von guten Nachrichten einnehmen. In den Zeiten seelischer Betrübtheit und Besorgnis können Sie sich dann Erleichterung verschaffen, indem Sie genau diese Körperhaltung einnehmen, d. h. sich erhobenen Hauptes bewegen und den richtigen Ton zugrunde legen. Sie werden sich wundern, wie schnell das Gefühl der Traurigkeit und Melancholie Sie verlassen wird.

Wenn es darum geht, sich Ziele zu setzen, sehen die Pessimisten unter uns bekanntermaßen nur die Schwierigkeiten, die erst überwunden werden müssen. Sie überprüfen so lange ein Ziel auf Herz und Nieren, bis sie es zum Schluß völlig ermüdet und mutlos aufgeben. Wenn wir uns unser Unterbewußtsein bildlich als einen Diener oder Offiziersburschen vorstellen, dann agiert unser Verstand wie ein Feudalherr oder ein hochrangiger General. Findet unser Verstand, sprich der General, keine Lösung für das anstehende Problem, so bleibt das Unterbewußtsein, d. h. sein Bursche, aus Rücksicht auf seinen Herrn still und regungslos, obwohl es möglicherweise die gesuchte Antwort kennt. Es meldet sich nur, wenn es aufgefordert wird, eine Stellungnahme abzugeben. Genau aus diesem Grunde müssen wir uns fragen, was zu tun sei, damit wir unser Ziel erreichen können.Nur in dieser Situation macht sich unser Unterbewußtsein bemerkbar und zeigt uns den Weg zum Ziel. Dies könnte dergestalt geschehen, daß wir beispielsweise im Traum die Antwort auf unsere Frage erhalten, oder völlig unerwartet jemand erscheint, der uns bei der Lösung des Problems zu unserer vollen Zufriedenheit behilflich sein wird.

Wir müssen tunlichst gedankliche Widersprüche vermeiden. Wenn Sie beispielsweise den Wunsch hegen, reich zu werden, sich gleichzeitig aber eintrichtern, daß reiche Leute Betrüger sind, dann werden Sie niemals den ersehnten Reichtum erlangen. Wenn Sie sich einerseits wünschen, daß Sie an Ihrem Arbeitsplatz als Mustermitarbeiter gelten oder zum Abteilungsleiter befِrdert werden, - wofür Sie natürlich mehr leisten und mehr Zeit aufbringen müssen -, andererseits aber den innigen Wunsch verspüren, mehr Ruhe zu haben und sich viel ِfter Ihrer Familie zu widmen, - was wiederum bedeutet, daß Sie weniger Zeit für Ihre Arbeit investieren -, dann wird keiner Ihrer Wünsche in Erfüllung gehen.

Das Problem besteht darin, daß wir uns oft über unsere unbewußten Wünsche, die durchaus stärker sind als die bewußten, nicht völlig im klaren sind. Die fixe Idee, daß reiche Leute zwangsläufig Betrüger und Scharlatane sind, ist möglicherweise ein Relikt aus unserer Kindheit. Vielleicht haben wir diese These in einer nachhaltigen Art und Weise von unseren Eltern oder Erziehern vermittelt bekommen, oder wir haben eine Situation erlebt, die einen solchen Eindruck in unserem Unterbewußtsein eingraviert hat.

Unsere Wünsche umfassen zwei Kategorien: offene und latente. Während wir uns über die ersteren im klaren sind, haben wir keine Gewißheit und keine deutlichen Vorstellungen über die letzteren. Eines muß uns jedoch klar sein: Diametral entgegengesetzte Wünsche heben sich auf und hinterlassen seelische Erschِpfung und physische Schmerzen. Infolgedessen fürchten wir uns dann oft, wieder neu anzufangen und es wieder zu versuchen, weil wir jede weitere Niederlage verabscheuen. Kaum einer von uns ist bereit, für die Verwirklichung eines Wunsches alles in seiner Macht stehende zu unternehmen, um zum Schluß jedoch nichts als Mißerfolg zu ernten. Es kommt daher sehr oft vor, daß wir, nachdem wir bei einer unserer Unternehmungen auf verschlossene Türen gestoßen sind, keinen weiteren Versuch mehr starten. Ja, wir gehen sogar so weit, daß wir uns weiszumachen versuchen, daß es überhaupt keinen Erfolg für uns geben kِnne.

Wenn Sie ein Stadium erreicht haben, in dem Sie kein Interesse mehr verspüren, es noch einmal zu versuchen, dann haben Sie sich in eine Situation der Ausweglosigkeit und Hoffnungslosigkeit begeben. Die gute Botschaft aber ist, daß Sie sich irren und daß Sie doch erfolgreich sein ö! Wenn Sie wirklich bereit sind, noch heute Ihre Lebensanschauung und Ihr Verhalten gründlich zu überdenken, dann ist es ein leichtes, Ihre Lebensweise und -erwartungen radikal zu ändern. Der erste entscheidende Schritt zu diesem Zweck besteht darin, daß Sie Ihre negative Geisteshaltung aufgeben, die darauf geradezu insistiert, daß Sie zu nichts fähig sind. Pessimisten unter uns sind deshalb der Meinung, daß sie nichts fertig bringen ö, weil sie in der Vergangenheit bei ihren Unternehmungen haben Niederlagen einstecken müssen. Sie sollten aber stets daran denken, daß die Vergangenheit niemals mit der Zukunft gleichzusetzen ist. Es ist nicht wesentlich, was Sie gestern getan haben. Wesentlich ist aber, was Sie in der Gegenwart zu tun gedenken. Es gibt viele Leute, die sich zwar nach vorn bewegen wollen, sie schauen aber unentwegt in den Rückspiegel, der die Vergangenheit widerspiegelt. Daß diese Vorgehensweise letztlich zu einem Desaster führen kann, liegt wohl auf der Hand.

Der Schlüssel zum Erfolg ist, daß Sie für sich selbst entscheiden, was für Sie von größter Wichtigkeit ist, und dann alle erforderlichen Anstrengungen unternehmen, um das auch zu erreichen, selbst dann, wenn Sie den Eindruck haben, daß kein Fortschritt in Sicht ist. Leider wissen die meisten von uns aber nicht, was sie eigentlich wollen. Wenn man sie nach ihrem größten Herzenswunsch fragt, erhält man alle möglichen Antworten, unter anderem: Erfolg, Unabhängigkeit, Sicherheit und Aufrichtigkeit, um nur einige wenige stereotype ؤußerungen zu nennen. Und wenn man sie anschließend auffordert, ihre Wünsche nach einer logischen Reihenfolgen aufzuzählen, wählt jeder von ihnen eine andere Reihenfolge aus. Vielleicht gibt einer von ihnen an, Unabhängigkeit sei sein größter Wunsch und deshalb wolle er sich bemühen, die Stufen der Aufrichtigkeit, Sicherheit und des Erfolges zurückzulegen, um diesen Wunsch zu realisieren. Wenn er nun gefragt wird, was er empfinden würde, wenn er die ersehnte Unabhängigkeit erlangt hätte, dann würde er möglicherweise antworten: Wohlbefinden und inneren Frieden. Hieraus kann man schlußfolgern, daß der größte Wunsch des Befragten in Wirklichkeit innerer Frieden ist und nicht die Unabhängigkeit, und um diesen Frieden zu erreichen, muß er die Stufen der Aufrichtigkeit, Sicherheit und des Erfolges zurücklegen. Hieraus lernen wir folgendes: Wir müssen uns stets der höchsten Stufe unserer Wunschskala bewußt werden und versuchen, herauszufinden, welcher Weg zu ihr führt. Es reicht nicht zu sagen, daß wir erfolgreich sein wollen. Es ist es von größter Wichtigkeit, daß uns der gewünschte Erfolg Seelenfrieden und innere Ruhe bringt, andernfalls würde uns die Angst vor der Niederlage plagen.

Abgesehen von Gott, der einzig ist, hat alles andere seine Antipode: Tag und Nacht, Tapferkeit und Furcht, Sieg und Niederlage, Friede und Besorgnis stellen einige Beispiele dieser Art dar. Da aber Tapferkeit, Erfolg und Macht oft auch dazu mißbraucht werden, um andere Menschen einzuschüchtern, erwecken sie Neid und Haß. Der innere Friede braucht aber nicht durch die Umwelt bestätigt zu werden. Aus diesem Grunde werden wir kaum jemals mit Unruhe und Besorgnis konfrontiert werden, wenn wir die Realisierung des inneren Friedens als unsere höchste Wunschvorstellung deklarieren.

Wir müssen uns zugleich darüber im klaren sein, was unsere größte unattraktive Wertvorstellung ist, d. h. was wir am meisten verabscheuen. Denn es sind Wertvorstellungen wie Niederlage, Betrübnis, Sündengefühl, Ablehnung und Wut, die uns daran hindern, unseren Weg zu finden und uns von unseren Zielsetzungen ablenken. Um sich hierüber Klarheit zu verschaffen, ist es wichtig, sich mit den folgenden Gedanken kritisch auseinanderzusetzen:

 

• Versuchen Sie Gefühle, die Sie für sich hegen, auch auf Ihre Mitmenschen zu übertragen.

• Denken Sie stets daran, daß auch die anderen Sie so betrachten, wie Sie sich selbst einschätzen.

• Wenn Sie sich schuldig fühlen, betrachten auch die anderen Sie als schuldig.

• Wenn Sie sich selbst belügen, werden Sie auch von den anderen belogen.

• Wenn Sie sich selbst quälen, werden Sie auch von den anderen gequält.

• Wenn Sie Ihre eigenen Gefühle nicht ernst nehmen, dann dürfen Sie auch nicht erwarten, daß die anderen sie ernst nehmen.

• Nur wenn Sie zu sich selbst ehrlich sind, können Sie erwarten, daß auch die anderen zu Ihnen ehrlich sind.

• Erst wenn Sie Ihr eigenes Selbstwertgefühl entwickelt haben, werden die anderen Sie respektvoll behandeln.

 

Es ist wichtig, sich über die eigene Stellung in Relation zu der der anderen im klaren zu sein. Es ist nämlich durchaus möglich, daß Sie an Ihrem Arbeitsplatz nicht nur zu den rangniedrigen, sondern ebenso zu den ranghِheren Mitarbeitern und Kollegen freundschaftliche Beziehungen pflegen und über die hierarchische Position jedes einzelnen Bescheid wissen. Solange Sie aber Ihres eigenen Stellenwerts nicht gewiß sind, werden Sie in Ihrem Umgang mit ihnen, wie auch sonst im Leben mit Schwierigkeiten konfrontiert werden.

Es ist allgemein bekannt, daß der eine oder andere berühmte Fußballspieler für horrende Geldsummen engagiert wird. Während des Spiels auf dem Fußballfeld ist sich jeder Spieler der Gegenseite über die besonderen Fähigkeiten des eingekauften Fußballers im klaren und paßt deshalb hِllisch auf, ihn ja nicht aus den Augen zu verlieren. Und doch ergibt sich ein günstiger Augenblick, - der vielleicht nur wenige Sekunden dauert -, in dem der Meisterspieler die Gelegenheit beim Schopfe greift und ein Tor schießt. So ist es auch im Leben: Von solchen Augenblicken kann nur derjenige im höchsten Maße profitieren, der auf sie vorbereitet ist.

Unser Bewußtsein bildet einen Speicher, in dem unsere Gewohnheiten aufbewahrt werden. Wir sollten uns daher darum bemühen, möglichst positive Gedanken zu haben, um unserem Bewußtsein nur verheißungs- und hoffnungsvolle Erwartungen anzuvertrauen. Unsere Vorfahren nahmen diesen Gedanken sehr ernst und glaubten fest daran, daß sie niemandem etwas Böses wünschen dürften. Denn es hätte passieren ö, - so dachten sie -, daß morgh amin, der Vogel, der alle Wünsche erfüllt, zufällig vorüberfliegen und den Fluch erfüllen könnte. Wie der Vogel morgh amin ist auch unser Unterbewußtsein darauf bedacht, unsere Aussprüche und ؤußerungen, die wir vielleicht aus purer Gewohnheit vor uns hinmurmeln, in Wirklichkeit zu verwandeln, selbst wenn sie nicht Bestandteile unserer Wünsche und Träume sind. Hier sind einige Beispiele, die Aufschluß über bestimmte Geisteshaltungen geben, aufgeführt:

 

• Manche von uns sind von Natur aus notorische Nِrgler, während andere für sich in Anspruch nehmen, immer glücklich sein zu müssen.

• Manche von uns glauben, Geld und Reichtum ablehnen zu müssen, während andere meinen, Reichtümer anhäufen zu müssen.

• Viele von uns können offensichtlich nichts anders, als sich Sorgen zu machen, während andere fest daran glauben, daß sie immer erfolgreich sein müssen.

• Viele Menschen unter uns kennen nichts als Neid und Mißgunst, während einige wenige wiederum nur eines im Sinn haben, wie sie sich für die Menschheit aufopfern können.

 

Erst wenn wir unsere Leitsprüche und Losungen, die wir stets wie geflügelte Wörter von uns geben, gründlich überdacht haben, werden wir tiefgreifende Veränderungen in unserem Leben konstatieren.

Versuchen Sie daher, den größten Teil Ihrer Energie darauf zu verwenden, sich weiterzuentwickeln, statt vehement an dem Erreichten festzubeißen. Reden Sie sich beispielsweise niemals ein, daß Sie mit Ihrem Einkommen auskommen müssen. Sagen Sie sich lieber, daß Sie im Gegenteil hِhere Einkünfte benötigen und fragen Sie sich, was Sie tun müssen, um dies sicherzustellen. Denn wenn Sie sich mit dem, was Sie bereits verdienen und besitzen, zufrieden geben und damit abfinden, nur Ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen, dann werden Sie keinen Handlungsbedarf feststellen, um Ihre Situation in Zukunft zu verbessern.

Unser Unterbewußtsein merkt sich seit unserer Kindheit alle unsere Erlebnisse, Erfahrungen und Erinnerungen, ohne über ein Urteilsvermögen zu verfügen. Es besitzt aber eine solche Macht, daß es für jedes Problem eine Lösung und für jede Frage eine Antwort parat hält. Es kommt deshalb darauf an, daß wir herausfinden, wie wir diese unerschِpfliche Kraft, die Gott jedem von uns geschenkt hat, richtig einsetzen können.Entscheidungen, die wir treffen, und Fragen, die wir uns stellen, zählen zu jenen effektiven Mitteln, die diese Kraft in uns mobilisieren. Versuchen wir uns dies mit Hilfe von zwei Gleichnissen klarzumachen: Gott hat für jede Vogelart besondere Kِrner vorgesehen; er verstreut sie jedoch nie in dem Vogelnest. Die Vِgel müssen sich auf die Suche nach den Kِrnern begeben und sie finden. Die Schildkrِte weiß, daß sie sich nicht fortbewegen kann, solange sie ihren Kopf in ihrem Panzer versteckt hält. Nun, wann streckt sie ihren Kopf aus ihrem Panzer heraus? Wenn sie ihre Umgebung als ruhig und sicher einschätzt und keine Gefahren wittert. Viele unter uns glauben, ihre Umwelt sei voll von Lügnern, Betrügern, Profitgeiern und Scharlatanen. Sie ziehen deshalb ihren Kopf ein und bewegen sich nicht weiter fort.

Harmonie von Gefühl und Verstand setzt ein ausgeglichenes, fröhliches und erfolgreiches Leben voraus. Warum sollen wir uns also nicht ein solches Dasein gِnnen. Die Gaben Gottes stehen allen seinen Geschِpfen reichlich zur Verfügung. Warum sollen wir uns nicht an dem Spruch orientieren, der besagt: “Wollen ist Ö.” Wir müssen nur die richtigen Noten kennen, um die schِnsten Melodien dem Musikinstrument, in dem sie sich verborgen halten, zu entlocken. Eines Tages fragte ein Neugieriger den berühmten italienischen Maler und Bildhauer Michelangelo, wie er wohl solch wunderbare Statuen und Kunstwerke schaffen kِnne. “Die Statuen”, erwiderte der Maestro, “existieren im Bauche der Felssteine. Meine Kunst besteht darin, das überflüssige Gestein, das sie verdeckt, beiseite zu schaffen.” Wenn wir also darüber Gewißheit haben, was wir eigentlich wollen, werden wir auch herausfinden, welche Hindernisse sich unserem Ziel entgegensetzen und deshalb überwunden werden müssen.

Wenn wir uns selbst nicht als würdig erachten, ein großartiges Haus oder ein schِnes Auto zu besitzen, oder keine Hoffnung mehr hegen, andere Menschen glücklich machen zu ö, dann wird uns das Leben auch nicht weiterhelfen. Denn das Leben gibt uns nur das, was wir wirklich wollen. Wir müssen nur wissen, was und warum wir es wollen. Sobald es uns gelingt, das Abbild dessen, das wir uns wünschen, unserem Unterbewußtsein einzuprägen, werden wir auch eines Tages dessen Verwirklichung erleben. Uns nur Ziele setzen, reicht nicht aus. Wir müssen auch zur Tat schreiten. Unser Los wird nicht durch unsere Lebensumstände, sondern durch unsere Entscheidungen bestimmt. Dabei kann eine einzige Entscheidung uns Tür und Tor ِffnen, Freude und Glück bescheren oder uns in Sorge und Armut stürzen. Je ِfter wir Entscheidungen treffen, um so grِßer wird unsere Entscheidungsfreudigkeit. Es ist nur die bloße Angst, die uns oft daran hindert, eine Entscheidung zu treffen. Es könnte sogar der Fall eintreten, daß wir uns vornehmen, fortan keine Entscheidungen mehr zu treffen. Welch ein fataler Entschluß!

Erfolg ist das Ergebnis richtiger Urteilsfindung; richtiges Urteil geht aus Erfahrung hervor, und Erfahrung selbst ist wiederum die Folge falscher Einschätzung einer gegebenen Situation.

Niederlage ist das Ergebnis von Nichthandeln: Zum Beispiel, wenn wir es unterlassen, ein für uns folgenreiches Telefonat zu führen, eine wichtige Reise anzutreten, oder wenn wir uns weigern, die Liebe und Zuneigung, die wir für bestimmte Menschen empfinden, zu artikulieren, oder einfach etwas zu bejahen oder zu verneinen.

Charakteristisch für erfolgreiche Menschen ist, daß sie sich in aller Regel sehr schnell entscheiden. Und wenn sie von der Richtigkeit einer Sache überzeugt sind, ihre Entscheidung nicht so leicht revidieren. Umgekehrt ist es bei den erfolglosen Menschen; sie zeichnen sich dadurch aus, daß sie nicht entscheidungsfreudig sind und die wenigen Entscheidungen, die sie treffen mögen, auch oft sehr schnell überdenken und beiseite schieben.

Sobald Sie einen Entschluß gefaßt haben, mobilisieren sich die in Ihnen schlummernden Kräfte, um ihn in die Tat umzusetzen. Viele von uns ziehen aber deshalb vor, keine Entscheidungen zu treffen, weil sie befürchten, daß sie möglicherweise falsche Entscheidungen treffen könnten. Wir dürfen uns aber nicht davor scheuen, Entscheidungen zu treffen. Und wenn es sich nach einigen Tagen, Wochen oder Jahren herausstellen sollte, daß unsere Entscheidung falsch war, dürfen wir uns keine Vorwürfe machen, sondern versuchen uns plausibel zu machen, daß es die bestmögliche Entscheidung war, die wir in der damaligen Situation haben treffen können.Durch diese Vorgehensweise bereiten wir unsere eigene Psyche vor, ihre Entscheidungsfreudigkeit weiter aufrechtzuerhalten.

Wenn sich einmal eine Ihrer Entscheidungen in der Tat als nicht richtig erweist, und Sie fangen an, sich deshalb ständig Vorwürfe zu machen, dann dürfen Sie auch nicht erwarten, daß Sie danach überhaupt imstande sind, richtige Entscheidungen zu treffen. Das einzige Kriterium, das Ihre wahren Fähigkeiten kennzeichnet, besteht darin, ob Sie in der Lage sind, präzise zu definieren, was Ihre Wünsche und Anliegen sind. Bedenken Sie, daß um Sie herum viele Gelegenheiten existieren, die Ihnen auf dem Weg zu Ihrem Ziel helfen könnten. Wenn Sie aber diese Gelegenheiten nicht wahrnehmen und adäquat charakterisieren, dann gehen sie ihnen unwiederbringlich verloren. Diese Binsenweisheit läßt sich durch das folgende Beispiel plastisch demonstrieren: Stellen Sie sich vor, Sie haben die Absicht, einen Tisch zu bauen. So werden Sie Bretter, Nägel, Säge und Hammer besorgen, da Sie diese Arbeitsmittel benötigen und auch wissen, wie Sie sie zu benützen haben. Der ganze Vorgang besteht also darin, daß Sie Ihrem Bewußtsein gegenüber Ihre bevorstehende Absicht kundtun und ihm klar machen, was Sie für das Bauen eines Tisches benötigen.

Bei unseren Unternehmungen müssen wir stets davon ausgehen, daß unser Unterbewußtsein mit dem unserer Mitmenschen in Verbindung steht. Das heißt, wenn wir mit jemandem über etwas Bestimmtes sprechen, wird unser Unterbewußtsein das Abbild unserer Absicht auf ihn projizieren und umgekehrt. So können wir genauso gut die Gedanken unseres Gesprächspartners ablesen wie er die unserigen. Es ist daher nicht verwunderlich, daß die Person, mit der wir uns unterhalten, unvermittelt eines der Mittel, das wir benötigen, um unser Ziel zu erreichen, erwähnt und mitteilt, daß er bereit ist, es uns zur Verfügung zu stellen.

Wenn Sie also Ihre Absicht, einen Tisch bauen zu wollen, jemandem mitteilen, kann es vorkommen, daß Ihr Gesprächspartner sagt, daß er im Besitze eines Hammers und einer Säge ist, die Sie für Ihren Zweck benützen können.

Erst wenn wir uns verinnerlicht haben, warum wir eine bestimmte Angelegenheit erledigen müssen, wird sich der richtige Weg dazu offenbaren. Wir werden uns automatisch in Richtung unseres Ziels fortbewegen, wenn wir unsere Gedanken unbeirrt auf unser Ziel konzentrieren. Alles, was uns Kummer oder Freude macht, formt zugleich auch unser Schicksal. Wenn wir also feststellen, daß die Genugtuung und Zufriedenheit, die wir über das erreichte Ziel empfinden werden, grِßer sind als die Strapazen, die wir auf uns nehmen müssen, um dieses Ziel zu realisieren, dann werden wir auch mit Sicherheit alles daran setzen, um unser Ziel zu verwirklichen. Setzen wir uns aber ein Ziel, dessen Realisierung gleichermaßen sowohl mit Mühsal als auch mit Freude verbunden ist, dann wir werden es entweder gar nicht oder nach langem Zِgern anpacken.

Gelegentlich befinden wir uns vor einer Alternative, die uns nur Leid und Qual bereitet, unabhängig davon, wie wir uns auch entscheiden mögen. Nehmen wir das folgende Beispiel: Sie sind mit Ihrem Beruf nicht zufrieden, können es sich aber nicht leisten, ihn aufzugeben, da Sie keine andere Arbeit finden würden. Wie verhalten Sie sich in dieser Situation? Möglicherweise würden Sie gar nichts tun und sich nach wie vor unglücklich fühlen.

Zaudern und Aufschieben gehِren zu den weitverbreitesten menschlichen Reaktionen, wenn es darum geht, sich vor Sorge und Kummer zu schützen. Wenn wir aus diesem Grunde die eine oder andere Angelegenheit aufschieben, dürfen wir nicht vergessen, daß wir in aller Wahrscheinlichkeit früher oder später vielleicht ein noch grِßeres Leid in Kauf nehmen werden müssen. Es wäre daher ratsamer, darüber nachzudenken, welche Freude und Genugtuung wir erleben werden, wenn wir die Angelegenheit gleich an Ort und Stelle erledigen würden.

In unserem Leben kommt es häufig vor, daß wir zunächst an etwaiges Mißgeschick und Unglück denken, das wir unbedingt vermeiden wollen, statt die realen Möglichkeiten für die Lösung unserer Probleme in Betracht zu ziehen. Bei dieser Vorgehensweise übersehen wir natürlich, daß es in Wirklichkeit nicht die Ereignisse und Vorkommnisse sind, die den Lauf unseres Lebens bestimmen, sondern jene Bedeutung, die wir ihnen beimessen. Sobald sich irgend etwas in unserem Leben ereignet hat, konfrontiert uns unser Verstand mit zwei Fragen. Die eine lautet: “Bereitet dir dieses Geschehnis Leid und Qual oder Freude und Glückseligkeit?”, und die andere: “Was wirst du tun, um dieses Leid zu vermeiden und an dessen Stelle Glückseligkeit zu erfahren?” Antworten auf diese Fragen hängen in erster Linie davon ab, welche Ansichten wir über die Ursachen von Leid oder Freude haben, oder anders ausgedrückt, welche attraktive bzw. unattraktive Wertvorstellungen wir besitzen. Wenn wir ernsthaft die Absicht hegen, unsere Lebensbedingungen zu modifizieren und unsere Lebensqualität zu verbessern, dann müssen wir Fragen, die wir an uns selbst richten, gründlich überdenken. Anstelle der Frage “Warum habe ich denn Mißerfolg erfahren?”, müssen wir uns eher fragen: “Was hätte ich tun müssen, um erfolgreich zu sein?” Fragen, die das “Warum” und “Weshalb” eines Ereignisses in unserem Leben ergründen, werfen uns in die Vergangenheit zurück, während solche, die sich mit “Nun, was tun?” beschäftigen, uns auf die Zukunft vorbereiten und in Richtung möglicher ProblemLösungen lenken. Nur dadurch, daß wir unsere Schwächen und Grenzen in Frage stellen, werden wir viele Hindernisse beseitigen können.

Die Menschheit hat ihre gewaltigen Fortschritte nur dadurch erringen ö, daß sie immer wieder neue Fragestellungen aufgeworfen hat. Der Grund dafür, daß wir vielfach nicht in der Lage sind, von unseren reichen Erfahrungen optimalen Gebrauch zu machen, liegt weniger daran, daß unser Gedächtnis uns im Stich läßt, sondern vielmehr daran, daß wir es immer wieder versäumen, grundsätzliche Fragen zu stellen, die unsere latenten Kräfte aktivieren können.Solche Fragen, die uns helfen, Lösungswege für unsere Probleme zu finden, könnten wie folgt lauten:

 

1. Welche positiven Aspekte können wir dem vorliegenden Problem abgewinnen?

2. Was benötigen wir, um es lِsen zu ö?

3. Was müssen wir tun, um die Situation in unserem Sinne zu gestalten?

4. Was dürfen wir nicht tun, um die Situation unseren Vorstellungen entsprechend gestalten zu ö?

5. Wie können wir unsere Bemühungen und Anstrengungen zur Verbesserung der gegebenen Bedingungen mit Sinnenfreude und geistigem Genuß verbinden?

 

Wir müssen uns also primär auf die positiven Aspekte der Angelegenheit konzentrieren und versuchen, die notwendigen Schritte zu ihrer Erledigung zu charakterisieren. Ferner müssen wir die erforderlichen Aktivitäten in Betracht ziehen und daran denken, wie wir das ganze Unternehmen mit Genugtuung und Seelenfrieden verbinden können.Dabei dürfen wir nicht vergessen, daß nicht nur Fragen, die wir uns stellen, sondern auch jene, die wir nicht expressis verbis aufwerfen, unser Schicksal beeinflussen.

Fragen, mit denen wir uns ständig beschäftigen, können Apathie oder Heiterkeit, Gereiztheit oder Freundlichkeit, Glückseligkeit oder Unmut in uns auslِsen. Wir würden daher gut daran tun, uns Fragen zu stellen, die unsere Geisteshaltung und Denkweise positiv beeinflussen. Unser Verstand kann unsere Fragen sehr schnell beantworten, vorausgesetzt, wir besitzen die Bereitschaft, seine Anworten zu empfangen. Wenn wir Fragen, die wir uns aus Gewohnheit stellen, nur wenig variieren würden, könnten wir große Veränderungen in unserem Leben bewirken. Fragen führen stets zu einer Ablenkung der Gedanken und damit zu einer Wandlung der Gefühle. Eine der Grundvoraussetzungen für Erfolg ist die innere Bereitschaft, Antworten empfangen zu wollen. Nicht selten aber stellen wir uns so viele Fragen, daß keine Gelegenheit mehr zum Empfang von Antworten übrigbleibt.

Was möglich und was nicht möglich ist, hängt freilich davon ab, wonach wir fragen. Welche sind aber die richtigen Fragen, die wir uns stellen sollten? Zwei Beispiele:

• Welche Vorteile und positiven Aspekte stecken in meinem Anliegen?

• Wie kann ich die Gelegenheit am besten wahrnehmen?

Die erste Frage dient dazu, unsere negative Haltung ins Positive umzuwandeln und uns zu helfen, den Geschehnissen in unserem Leben die angemessene Bedeutung beizumessen. Die zweite Frage soll unsere Aufmerksamkeit statt auf “Warum” auf “Wie”, d. h. auf das Entdecken von Lösungswegen, lenken.

Schließlich muß der Zeitpunkt kommen, in dem wir aufhِren Fragen zu stellen, und uns der Realisierung unserer Absichten widmen. Dabei spricht nichts dagegen, daß wir uns Vorbilder suchen; nur vergleichen sollten wir uns nicht mit ihnen, denn jeder von ihnen legt seinen Weg zum Ziel nach eigenem Gutdünken und Dafürhalten fest.

Wenn wir negativen Antworten konsequent aus dem Weg gehen und Furcht vor Ablehnung haben, dann liegt die Ursache dieser Verhaltensweise darin, daß unser Verstand ständig auf der Suche von Fluchtwegen vor Leid und Schmerz ist. Wir kämpfen mit unseren Problemen und sind der Hoffnungslosigkeit, Schwermut und Trübsal ausgeliefert. Es ist aber die Art, wie wir mit unseren Niederlagen umgehen, die mehr als alles andere den Lauf unseres Lebens bestimmt. Wir müssen immer darauf vertrauen, daß Gott niemals uns seine Güte und Liebe für immer entziehen wird, auch wenn er uns einmal seine Gunst aus Gründen, die uns verborgen bleiben, vorenthält.

Erfolg ist das Ergebnis richtiger Situationsbeurteilung, diese wiederum eine Folge von jenen praktischen Erfahrungen, die ihrerseits aus falschen Urteilen resultieren. Das heißt, solange wir nichts unternehmen, begehen wir auch keinen Fehler, und solange wir keine Fehler gemacht haben, können wir auch nichts lernen. Gerade diejenigen unter uns, die Angst haben, Fehler zu machen, werden mehr Fehler begehen als die anderen, die tatenfroh sind. Wir wissen wohl, daß wir immer wieder neue Aktivitäten starten müssen, wenn wir Ergebnisse erzielen wollen, dürfen dabei aber nicht vergessen, daß der Ausgangspunkt aller unserer Aktivitäten unsere Entscheidungen sind. Der Wille zur Entscheidung bedeutet wiederum, sich tiefgreifende Veränderungen zu wünschen. Der einzige Weg, unser Leben zu verändern, ist, richtige und wirklichkeitsnahe Entscheidungen zu treffen.

Wir sind zwar nicht imstande die Geschehnisse und Vorkommnisse in unserm Leben zu kontrollieren, wohl aber unsere Gedanken, Meinungen, Emotionen und deren Folgen.

Haben Sie sich vielleicht mal darüber Gedanken gemacht, daß Worte Ihre Gefühle stark beeinflussen können.Wenn Sie beispielsweise ratlos und beunruhigt sind, macht es einen großen Unterschied, ob Sie sich eingestehen, daß etwas Sie zutiefst verletzt oder nur ein wenig verärgert hat. Worte hinterlassen Spuren. Sie können dadurch die Intensität ihrer Emotionen steigern, daß Sie die Art und Weise, wie Sie sie beschreiben, ändern. Wenn Sie z. B. nach Ihrem Wohlbefinden gefragt werden, und Sie antworten, daß Sie sich wohl fühlen (auch wenn dies nicht ganz zu trifft), dann werden Sie sich in der Tat auch etwas wohler fühlen. Wenn Sie aber das Bedürfnis haben, von den anderen bemitleidet zu werden, und aus diesem Bedürfnis heraus zugeben, daß es Ihnen schlecht geht, dann werden Sie sich auch schlechter fühlen. In dem Augenblick, in dem Sie sagen, daß es Ihnen nicht gut geht, wird Ihr Unterbewußtsein, das kein Urteilsvermögen besitzt, nichts mehr unternehmen, eine Besserung herbeizuführen. Vielmehr wird es nur registrieren, daß Sie sich nicht wohl fühlen, und nur dann aktiv eingreifen, wenn Sie ihm die Frage stellen, was Sie tun sollen, damit es Ihnen wieder besser geht.

Der wesentliche Grund für die Festlegung eines Ziels besteht darin, daß der Schwerpunkt unserer Anstrengungen bestimmt wird und daß wir uns in die Richtung bewegen, die wir für richtig halten.

Die erfolgreichsten Menschen unter uns sind diejenigen, die es verstanden haben, sich maßvoll zu verhalten und nicht über ihre Mittel hinauszugehen. Sie unterteilen jedes ihrer Ziele in mehrere Etappen (kleinere “Unterziele”), die sich Schritt für Schritt leichter realisieren lassen. Sie nähern sich ihrem Hauptziel, indem sie eine Etappe nach der anderen erfolgreich zurücklegen. Sie wissen auch, wie sie jeden Erfolg, so gering und bescheiden er auch sein mag, gebührend zelebrieren können.Damit spornen Sie sich immer wieder an, bis sich endlich ihre Träume bewahrheitet haben.

Um sich aus einer mißlichen Situation zu befreien, müssen Sie sich entsprechende Maßnahmen zurecht legen und Ziele definieren. Dabei sollten Sie im Auge behalten, daß Ihre Ziele nicht zu zerstreut und ohne Zusammenhang sein dürfen, sondern wie die Glieder einer Kette aufeinerfolgen, so daß Sie sich ein Kettenglied nach dem anderen vornehmen können.Mit anderen Worten, Sie müssen zwischen kurz-, mittel- und langfristigen Zielen unterscheiden. Sie können aber nur dann kettenfِrmige Ziele festlegen, wenn Sie Ihr langfristiges Ziel kennen und sich in dessen Hinblick mit den mittel- bzw. kurzfristigen Zielen beschäftigen können.Nur so bleiben Sie auf Ihrer Marschroute, und etwaige Ablenkungen und Abweichungen werden vermieden. Immer wenn Sie sich ein Ziel setzen, das Sie wirklich erreichen wollen und das auf Sie sehr motivierend wirkt, mobilisieren Sie Kräfte, die weit über Ihr Vorstellungsvermögen hinaus gehen. Zugleich geben Sie sich auch dadurch eine außerordentliche Chance zur Flexibilität und Wendigkeit. Erfolg haben beginnt damit, daß Sie zielbewußt die Initiative ergreifen. Andernfalls werden Sie nicht wissen, welche Richtung Sie einzuschlagen haben. Verwenden Sie niemals mehr als ca. 10% Ihrer Zeit und Energie darauf, an die Schwierigkeiten zu denken, die sich Ihnen in den Weg stellen. Setzen Sie die restlichen 90% Ihrer Energie dafür ein, angemessene Lösungswege zu finden. Bessere Lebensbedingungen lassen sich nur aufgrund besserer Urteile realisieren. Sie sollten die Grundlagen und Prinzipien Ihrer Urteilsfindung gut kennen und beherrschen. Andernfalls werden diese Sie an Ihren eigenen Fähigkeiten zweifeln lassen. Ist es Ihnen schon mal passiert, daß eine Ihrer Wertvorstellungen Sie in eine Richtung lenkt, während eine andere Sie davor warnt? Entscheidungsfindung ist also nichts anderes, als sich über eigene Wertvorstellungen Klarheit zu verschaffen.

Die wahre Persönlichkeit eines Menschen läßt sich nicht nur aus bestimmten Verhaltensmustern ableiten, die er an den Tag legt. Vielmehr müssen wir seine Absichten und Motivationen kennen, um ihn richtig beurteilen zu können.Das, was allen erfolgreichen Menschen gemein ist und sie von den anderen abhebt, ist ihr extrem ausgeprägtes Urteils- und Bewertungsvermögen.

Wir müssen uns ständig fragen, wie wir Leid und Qual vermeiden und dafür Freude und Genuß empfinden können.Einer der wichtigsten Vorteile der hierarchischen Anordnung von Wertvorstellungen besteht darin, daß sie die latenten Widersprüche zutage treten läßt. Wenn z. B. Erfolg für uns die höchste attraktive Wertvorstellung darstellt, Ablehnung jedoch die größte unattraktive Wertvorstellung, dann müssen wir feststellen, daß unsere Werteskala nicht widerspruchsfrei sein kann. Denn alle Bemühungen um Erfolg können vergeblich sein, wenn wir nicht bereit sind, auch Unannehmlichkeiten, die mit Ablehnungen und Zurückweisungen Hand in Hand gehen, zu erdulden. Es kann sogar vorkommen, daß wir uns den Weg zum Erfolg versperren, nur weil wir Angst davor haben, abgelehnt und zurückgewiesen zu werden. Die Folge ist freilich, daß wir dann die Courage verlieren, die wir für die Verwirklichung unseres Ziels bitter nِtig haben. Immer wenn wir Leid und Schmerz empfinden, ist es angebracht, uns mit einer wichtigen Frage zu beschäftigen, die wie folgt lautet: “Sind dieses Leid und dieser Schmerz eine unmittelbare Folge der existierenden Bedingungen oder sind wir es selbst, die aus eigener Anschauung bestimmen, welche Emotionen wir unter bestimmten Bedingungen haben müssen?” Folgendes Beispiel soll diese These erläutern: Jemand kann zwar ein verständnisvoller und zärtlicher Vater für seine Kinder sein, aber in der Geschäftswelt so versagen, daß seine Geschäftspartner mit ihm unzufrieden sind und ihn nicht für einen geeigneten Teilhaber halten.

Wenn Sie von Beruf Rechtsanwalt oder Richter sind, so müssen Sie peinlichst aufpassen, daß Sie Ihre beruflichen Eigenarten nicht mit in Ihre Privatsphäre nehmen. Es ist nämlich sehr gut möglich, daß Sie beginnen, Ihre eigene Frau jeden Abend zu vernehmen! Wir alle greifen gewِhnlich auf unsere Erfahrungen zurück, wenn wir Entscheidungen zu treffen haben. Wir beschränken uns aber dabei nicht nur auf unsere echten und wirklich erlebten Erfahrungen, sondern ziehen auch unser Vorstellungsvermögen als eine unerschِpfliche Quelle der Hilfeleistung heran.

Unser Vorstellungsvermögen ist um ein Vielfaches stärker als unser Wille. Wenn wir diese immense Kraft mobilisieren, entwickeln wir ein solches Selbstbewußtsein und eine solche Einbildungskraft, daß wir alle vorhandenen Einschränkungen und Grenzen leicht beseitigen können.

Es steht uns nicht zu anzunehmen, daß diejenigen unter uns, die keine Aktivitäten entwickeln, faule Menschen sind. Das eigentliche Problem dieser Menschen ist, daß sie keine motivierenden Ziele haben. Sie müßten sich allerdings darüber im klaren sein, daß, wenn sie keine Entscheidungen für sich selbst treffen, die anderen ihnen vorschreiben würden, was sie zu tun hätten. Sie sollten auch wissen, daß, wenn sie ihre eigenen Wünsche und Anliegen nicht präzise formulieren, die anderen Bedürfnisse für sie kreieren würden.

Wir müssen versuchen herauszufinden, welche geistigen und psychischen Grundlagen unsere Eltern und unser Umfeld uns in unserer Kindheit gelegt haben. Alles, was wir tun und lassen, beruht nämlich auf folgender Geisteshaltung: “Vermeide Leid und Schmerz und versuche, Freude und Genuß zu erfahren.” Wenn wir etwas tun, das konträr zu unseren inneren Bedürfnissen steht, dann laufen wir Gefahr, im Laufe der Zeit betrübter und demotivierter zu werden. Sind wir aber gezwungen, so vorzugehen, dann sollten wir versuchen herauszufinden, wie wir dabei Leid und Schmerz vermeiden und dafür Zufriedenheit und Genugtuung empfinden können.

Unser Durchsetzungsvermögen hängt von dem der anderen ab, will heißen: Je mehr Freunde und Bekannte wir haben, die uns freiwillig und mit Hingabe unterstützen, um so grِßer wird auch unser Erfolg sein.

Wir fühlen uns unwillkürlich von den guten Dingen angezogen und von den schlechten abgestoßen.

Es kommt nicht selten vor, daß wir vor lauter Zielen nicht mehr in der Lage sind, Entscheidungen zu treffen, gelähmt und unentschieden vor einer Alternative stehen bleiben. Die Folge ist, daß wir dann, so paradox es auch klingen mag, blockiert sind und keine Entscheidungen treffen können.In einem solchen Fall ist die Qual, die wir bei der Verwirklichung unseres Ziels erleiden müssen, grِßer als die Genugtuung, die wir empfinden würden, nachdem wir es erreicht hätten.

Jeder von uns besitzt zwei Persönlichkeiten, eine innere und eine äußere. Wir wollen diese Persönlichkeitsbilder als das innere und das äußere Ich bezeichnen. Es ist sehr bedauerlich, daß wir oft auf die Bedürfnisse des äußeren Ich Rücksicht nehmen und dabei völlig übersehen, daß auch das innere Ich Forderungen an uns stellt. Wir wissen einfach zu wenig über das Anliegen des inneren Ich. Wie bereits an anderer Stelle dargelegt, ist es durchaus denkbar, daß das äußere Ich bestrebt ist, Reichtum und materiellen Wohlstand zu erlangen, während das innere Ich den Standpunkt vertritt, daß reiche Leute nur Betrüger und Scharlatane sind. Infolge dieses Widerspruchs werden wir als die Vereinigung der beiden Ich nie Reichtum und materiellen Wohlstand erlangen, selbst wenn wir uns bis zum äußersten anstrengen. Wenn also zwei Wertvorstellungen so diametral entgegengesetzt sind, dann bleibt uns nichts anderes übrig als einer von ihnen den Vorrang zu geben. Es sei denn, es gelingt uns, ein Gleichgewicht zwischen ihnen herzustellen in dem Sinne, daß wir uns fragen, wie man reich werden kann, ohne andere zu betrügen und übers Ohr zu hauen. Reichtum kann schließlich auch zu guten Zwecken verwendet werden. Spätestens in einer solchen Situation werden wir die Bedeutung der Aussage begreifen, die besagt, daß das Leben uns nur das beschert, was wir von ihm fordern. Gemeint sind dabei natürlich unsere inneren und äußeren Forderungen. Und genau das ist der Grund dafür, warum man von erfolgreichen Menschen sagt, daß sie wissen, was sie wollen.

Wie bereits dargelegt, besitzt jeder von uns ein äußeres Ich, das er zur Schau stellt und womit er sein Interesse an Karriere, Position und Reichtum demonstriert. Gleichzeitig steckt in ihm ein inneres Ich, welches vielleicht nur darauf bedacht ist, z. B. acht Stunden pro Tag zu schlafen und sich von niemandem aus der Ruhe bringen zu lassen. Ist dieses innere Ich beispielsweise seit der Kindheit an Musik und Malerei interessiert, die Lebensumstände haben es aber daran gehindert, diesen Vorlieben nachzugehen, versucht es nun natürlich, das Versäumte nachzuholen.

Das äußere Ich will für die Ehefrau ein guter Ehemann, für die Kinder ein guter Vater, für die Eltern ein guter Sohn, für die Geschwister ein guter Bruder und für die Freunde ein guter Freund sein. Das innere Ich wundert sich natürlich und fragt: “Wer ist denn gut für mich?” Während das äußere Ich uns auffordert, am Arbeitsplatz präsent zu sein, meldet das innere Ich seinen Wunsch an, auf Reisen zu gehen, oder umgekehrt.

Hafis, der berühmte persische Lyriker beschreibt diese seelische Zerrissenheit in einem seiner Gedichte wie folgt:

 

Wer schlich - ich kann es nicht begreifen

Sich in mein krankes Herz hinein?

Denn, während ich mich stumm verhalte,

Hِr´ ich es lärmen d´rin und schrei´n.

 

V. v. Rosenzweig-Schwanna

 

Harmonie zwischen dem inneren und äußeren Ich bedeutet Kreativität und Ausgeglichenheit. Es ist deshalb zu bedauern, daß viele unter uns dazu neigen, das innere Ich zu unterdrücken, oder versuchen, es mit Zuckerbrot und Peitsche in den Dienst des äußeren Ich zu stellen. Dabei übersehen sie, daß ohne die Einbeziehung des inneren Ich kein echter Erfolg denkbar ist.

Schuldgefühle werden gelegentlich mit Gewissensbissen verwechselt. Der Vater, dessen Sohn rauschgiftsüchtig geworden ist, wirft ihm ständig vor, auf die schiefe Bahn geraten zu sein, und versäumt es, dem Sohn statt dessen in dieser kritischen Situation Liebe und Zuwendung zukommen zu lassen. Der Grund seines Verhaltens liegt darin, daß ein gewisses Schuldgefühl, dessen er sich nicht bewußt ist, ihn dauernd quält und ihm suggeriert, kein guter Vater für seinen Sohn gewesen zu sein. Da er sich selbst nicht verzeihen kann, ist er auch nicht imstande, seinem Sohn zu vergeben. Dadurch entsteht ein Haßgefühl seinem Sohn gegenüber. Folglich unterläßt er es, seinem Sohn zu helfen, und macht ihm statt dessen nur Vorwürfe. Schließlich beginnt der Sohn, seinen Vater zu hassen, und versteckt sich hinter seiner Mutter; denn Mutter und Sohn stehen über ihr Unterbewußtsein miteinander in Verbindung. Die Mutter attackiert ihrerseits ihren Mann in dem Glauben, für ihren Sohn etwas Gutes zu tun. In Wirklichkeit aber führt sie den Sohn ungewollt und unbewußt in die Irre. Mutter und Vater sollten unbedingt in dieser Situation Einigkeit und Geschlossenheit demonstrieren.

Schuldgefühle lähmen die meisten von uns, bringen die himmlische Strömung in unserem Innersten zum Stillstand und berauben uns der Freude, der Lust und seelischen Weiterentwicklung. Während die durch die Schuldgefühle bedingte Selbstkasteiung Niederlage und Unglück nach sich zieht, ruft Selbstachtung Freude, Heiterkeit und Begeisterung in uns hervor. Menschen, bei denen das Gefühl der Schuld sehr ausgeprägt ist, machen sich große Vorwürfe, wenn sie glauben, daß sie etwas Falsches gemacht haben, und erwarten resigniert, die wohlverdiente Strafe.

Wir müssen uns klar machen, daß Niederlage oder Sieg par excellence faktisch nicht existiert. Deshalb dürfen wir auch die Schuld an eigenen Niederlagen nicht den anderen in die Schuhe schieben. Schlimm wäre es ebenso, wenn wir uns für unser Scheitern ständig Vorwürfe machen würden. Denn es ist nicht das gute, sondern das böse Ich in uns, das zur Verantwortung gezogen werden muß. In jedem von uns stecken nämlich ein Handlungsgehilfe des Guten und ein solcher des Bösen. Demnach sind wir es selbst, die Paradies und Hِlle in unserer Seele vereinen.

Wir müssen zunächst versuchen herauszufinden, welche unsere höchsten Wertvorstellungen sind und sie dann entsprechend unseren eigenen Maßstäben mit Leben erfüllen. Über die unattraktiven Wertvorstellungen (Einsamkeit, Betrübnis, Schuldgefühl, Niederlage, Wut, Diskriminierung) und die attraktiven (Liebe, Freude, Freiheit, Sicherheit, Ruhe, Macht, Aufrichtigkeit, Erfolg, Gesundheit) hinaus gibt es noch zwei weitere Gruppen von Wertigkeiten, die wir als Zielwerte und Mittel zum Zweck bezeichnen und im folgenden kurz ansprechen wollen.

Hinter jeder Entscheidung, die wir treffen, steht eine treibende Kraft, die identisch ist mit einem der oben exemplarisch aufgezählten Zielwerte, wie Liebe, Herzlichkeit und Ergebenheit. Es ist daher sehr zu bedauern, daß sich die meisten von uns bei ihren Entscheidungen zunächst an dem Mittel zum Zweck orientieren und weniger die Zielwerte im Auge behalten.

Es ist durchaus denkbar, daß wir zwar alle Mittel zum Zweck, z. B. Geld, Position und Beziehung, besitzen und dennoch unzufrieden und unglücklich sind. Solange wir nicht auf der Grundlage unserer Zielwerte zu leben gedenken, werden wir auch niemals vollkommen zufrieden sein, soviel wir auch Mittel zum Zweck erlangen mögen.

Tyrann und Rebell sind zwei weitere Manifestationen unserer Persönlichkeit. Dabei ist der Tyrann jene innere Stimme, die Befehle ausgibt, was wir zu tun oder zu lassen haben, während der Rebell jener Teil von uns ist, der sich weigert, das zu tun, was ihm befohlen wird. Er hat zu niemandem Vertrauen; seine Reaktionen beruhen auf Rebellion gegen jede Art von Herrschaft. Wenn der Tyrann diktiert, was der Rebell zu tun habe, erwidert der, daß er nicht im entferntesten daran denke, seine Befehle auszuführen. Der Rebell formt sich bereits während unserer Kindheit als Reaktion auf Druck und Erwartungshaltung unserer Eltern und Lehrer. Er ist stets bestrebt, durch Verwerfung dessen, was wir intuitiv als irreal erkannt haben, unsere Emotionen und Gefühle zu unterstützen. Wenn wir versuchen, seine Stimme zu ignorieren und seine Proteste zurückzuweisen, erhebt er seine von Ohnmacht, Enttäuschung und Verzweiflung gezeichnete Stimme so stark und eindringlich, bis wir sie erhِren. Wir werden dann Zeuge eines Kampfes zwischen dem Tyrannen und dem Rebell in unserem Innern. Ein Teil von uns fordert uns auf, endlich etwas dagegen zu unternehmen, während der andere Teil uns davon abhält. Der eine Teil macht uns darauf aufmerksam, daß es an der Zeit sei, aktiv an der Verbesserung unserer Lebensbedingungen zu arbeiten, während der andere Teil für Tatenlosigkeit und Apathie eintritt.

Keiner von den beiden, weder der Tyrann noch der Rebell, hِren nun auf uns. Sie haben ihre eigene Persönlichkeit gefunden und fühlen intuitiv, daß wir “am Ende unseres Lateins” sind. Immer wenn wir unseren Seelenfrieden verlieren, beginnen die beiden Teile unseres Wesens sich gegenseitig zu bekämpfen. Als Folge davon lassen sich unsere Kräfte nicht mehr mobilisieren, und wir können nicht mehr unsere Intuition um Hilfe und Rat bitten. Die in uns schlummernden Kräfte können nur dann in Bewegung gesetzt werden, wenn wir jedem Gefühl der Rache, der Gier und des Neides abgeschworen haben.

Das beste, was wir tun ö, um diese Kräfte zu reaktivieren, ist, daß wir genau darauf achten, was wir tun. Wenn wir dabei auf Schwierigkeiten stoßen, sollten wir es unumwunden zugeben und Widersprüche, die dazu geführt haben, analysieren. Wir müssen versuchen herauszufinden, welche unserer Wertvorstellungen mit Füßen getreten worden sind. Vielleicht kann das folgende Beispiel zum besseren Verständnis beitragen: Nach getaner Arbeit gehen Sie nach Hause und begeben sich gleich ins Bett, um sich etwas Ruhe und Schlaf zu gِnnen. Der sechsjährige Sohn Ihres Nachbarn spielt lärmend mit seinem Ball, was Sie als sehr stِrend empfinden. Was geht nun in Ihnen vor? Betrachten wir diesen Fall etwas näher, um auf des Pudels Kern zu stoßen. Ist der Lärm des Ballspiels, der Sie empِrt, oder die Tatsache, daß die Eltern aus Gedanken- oder Rücksichtslosigkeit dem Kind erlauben, um diese Zeit Fußball zu spielen und dadurch die Ruhe der Nachbarn zu stِren? Solch genauere Analyse führt häufig zu der richtigen Diagnose eines Problems und folglich zu dessen Lösung.

Der wahre Antrieb für das Vorankommen und die Mobilisierung unserer Kräfte besteht darin, daß wir der Richtung folgen, die uns unsere innere Stimme weist, und entsprechend handeln. Was aber tun, wenn unser Verstand uns in eine Richtung zu lenken versucht, während unsere Gefühle eine andere bevorzugen. In diesem Fall sollten wir ohne Zِgern auf unsere innere Stimme hِren und ihr folgen. Denn unsere Gefühle können Dinge wahrnehmen, die unser Verstand oft nicht zu begreifen imstande ist.

Die Seele, die Gott in uns eingehaucht hat, führt uns stets zu ihm zurück. Wahrhaft gläubige Menschen sind mit dem Schِpfer des Universums und des Seins seelisch verbunden und fühlen sich deshalb auch nie einsam und allein. Sie sind sich gewiß, daß Gott sie stets unterstützen und vor Gefahren in Schutz nehmen würde.

Solange wir die anderen als Verursacher unserer Probleme oder umgekehrt als Erlِser betrachten, die uns von unseren Schwierigkeiten befreien, geben wir unseren inneren Kräften keine Chance, wirksam zu werden. Andererseits müssen wir eingestehen, daß wir oft aus Berechnung anderen helfen, weil wir darauf zählen, umgekehrt auch ihre Hilfe in Anspruch nehmen zu können.Wenn wir ihnen aber aus reiner Hilfsbereitschaft unter die Arme greifen würden, würden sie auch mit Liebe und Beistand darauf reagieren. Der einzig wahre Weg, anderen zu helfen, ist, daß wir das tun, was wir für richtig halten. Wenn wir aber uns nötigen dieses oder jenes zu tun, dann ist es nicht unser Wunsch oder Wille, der helfen will, sondern ein Schuldgefühl, das uns antreibt. Nehmen wir folgendes Beispiel: Es wird Ihnen erbarmungslos, ja grausam erscheinen, einen Freund, der Sie um Hilfe gebeten hat, abzuweisen. Wenn Sie aber in diesem konkreten Fall keine Notwendigkeit sehen, ihm diese Hilfe angedeihen zu lassen, dann sollten Sie auch den Mut aufbringen und die Bitte des Freundes abschlagen. Dabei darf auch die Überzeugung, daß Sie an sich ein großzügiger und hilfsbereiter Mensch sind, Sie nicht davon abhalten. Es könnte nämlich sein, - und das müssen Sie in Ihre Überlegungen einbeziehen -, daß Sie durch Ihre Hilfeleistung ungewollt Ihren Freund in seiner Schwäche oder Unfähigkeit, sich selbst zu helfen, bestärkt hätten. Wenn Sie aber Ihrem Gefühl folgen und Ihrem Freund die Hilfe versagen, werden Sie ihn dazu ermutigen, sich auf eigene Kräfte zu verlassen. Umgekehrt kann es vorkommen, daß Sie in einem anderen Fall das gute Gefühl haben, Ihrem Großmut und Ihrer Freigebigkeit jemandem gegenüber freien Lauf zu lassen. Dann sollten Sie auch Vertrauen zu Ihrem Gefühl haben und großzügig sein. Wenn Ihre Generosität von Herzen kommt, bedarf sie keiner Selbstaufopferung oder Ehrenbezeugung.

Manche von uns spielen gerne Retter, während andere mit Vorliebe die Rolle von Opfern übernehmen. Die Retter sind stets hinter den Opfern her, um ihnen zu helfen. Stellen Sie sich als Beispiel folgende Situation vor: Sie reden sich ein, daß Ihre Schwester, die sich vor kurzem hat scheiden lassen, sonst niemanden hat und auf Ihre Hilfe angewiesen ist. Ebenso Ihr Bruder, der gerade geheiratet hat, braucht Ihre finanzielle Unterstützung. Das sind Ihre Gedanken und Vorstellungen, die möglicherweise jeder realen Grundlage entbehren! Jene Retter, die ständig hinter den vermeintlichen Opfern her sind, um sie zu retten, sind oft nicht in der Lage, sich selbst zu helfen, und vielleicht der Hilfe ihresgleichen angewiesen. Dies bedeutet selbstverständlich nicht, daß man anderen Menschen nicht behilflich sein soll; gemeint ist vielmehr, daß, wenn jemand in der Lage ist, sich selbst zu helfen, auch imstande sein wird, anderen zu Hilfe zu kommen. Die Situation läßt sich durch folgendes Beispiel phantasievoll beschreiben: Das Schiff, auf dem Sie mit Ihren nächsten Verwandten, Familienangehِrigen und Freunden eine Reise unternehmen, kentert unweit vom Ufer. Alle Insassen laufen Gefahr zu ertrinken. In dieser Situation sind zwei Möglichkeiten denkbar: Sie entscheiden sich, die erste Person, der Sie begegnen, zu retten, können aber nicht an der zweiten, dritten oder vierten gleichgültig vorbeilaufen. So versuchen Sie, alle oder möglichst viele Passagiere zu retten mit dem Ergebnis, daß Sie selbst schließlich auch daraufgehen und mit den anderen zusammen ertrinken. Die zweite Möglichkeit sieht anders aus: Sie versuchen zunächst, sich selbst zu retten mit der Absicht, dann so schnell wie möglich den Schiffbrüchigen per Rettungsboot zu Hilfe zu eilen.

Unser inneres Ich denkt einzig und allein an sich und ist in dieser Hinsicht sehr eifersüchtig. Betrachten wir die folgende Szene, die hierüber Aufschluß gibt: Sie gehen an einer Konditorei vorbei; der Anblick der Süßigkeiten im Schaufenster versetzt Sie in Aufregung und weckt das Begehren in Ihnen, etwas von den Leckereien zu kaufen und zu essen. Sofort nehmen Sie aber Abstand von dieser Idee, weil Ihnen einfällt, daß auch Ihre Tochter Süßigkeiten sehr gern mag. Es würde Ihnen deshalb keinen Spaß machen, alleine und ohne sie die süßen Leckerbissen zu genießen. Ihr inneres Ich, das aufgrund Ihrer Überlegung um den Genuß von Süßigkeiten gekommen ist, wird alles tun, damit auch Ihre Tochter nicht in den Genuß der Leckereien kommt.

Unser Bewußtsein kontrolliert unsere fünf Sinne, über die wir unsere Erfahrungen unserem Unterbewußtsein vermitteln. Anders ausgedrückt: Unsere Seele archiviert alles, was wir über unsere Sinneswahrnehmungen erfahren, in den entsprechenden “Regalen” unseres Unterbewußtseins, so daß wir jede Zeit und nach Belieben auf sie zurückgreifen können.Der dabei wirksame Mechanismus funktioniert wie folgt: Wenn Sie etwas Bestimmtes suchen wollen, müssen Sie es über Ihr Bewußtsein Ihrer Seele mitteilen. Fordern Sie sie beispielsweise auf, eine angenehme Erinnerung aus der Zeit zu suchen, als Sie sechs Jahre alt waren, so wird sie die Suche im Bereich der angenehmen Erinnerungen aus Ihrem sechsten Lebensalter beginnen. Während sie die Suche fortsetzt, erfahren Sie nichts, was sich bei diesem Prozeß genau abspielt. Sobald sie aber das Gesuchte ausfindig gemacht und Ihrem Bewußtsein übergeben hat, begreifen Sie, was geschehen ist. So betrachtet stellen wir fest, daß wir unsere Seele bei ihren Unternehmungen kontrollieren müssen. Tun wir es nicht, wird sie die Kontrolle über uns haben. Fahren wir nun mit unserem obigen Beispiel weiter fort: Beim Anblick einer bestimmten Person erinnern Sie sich vage an jemanden, der Sie während Ihrer Kindheit einmal schikaniert hat. Übermitteln Sie nun diese Nachricht Ihrer Seele, so beginnt sie automatisch, im Bereich Ihrer unangenehmen Erinnerungen, die sie in Ihrem Unterbewußtsein gespeichert hat, nach dieser Person zu suchen. Solange Sie sie nicht auffordern, diese Suche abzubrechen, wird sie den Suchvorgang fortsetzen. Infolgedessen werden Sie wieder jene schmerzliche seelische Verfassung erleben, in der Sie damals, als diese Person Sie schikanierte, gewesen sind. Die Moral dieser Geschichte ist, daß wir stets bemüht sein sollten, uns mit angenehmeren Erinnerungen zu beschäftigen, und immer wenn unsere Seele unerfreuliche Erinnerungen sucht, sie dazu zu bringen, die Suche abzubrechen.

Wenn wir uns schlafen legen, stellt unser Bewußtsein seine Aktivitäten ein, unter anderem auch seine Kontrolle über unsere Sinneswahrnehmungen. Unser Unterbewußtsein, das aber ständig auf der Hut ist, wird nun noch aktiver. Wie viele Schläge beispielsweise unser Herz in diesem Zustand tut, oder wieviel Sauerstoff unserer Lunge zugeführt werden muß, zählen zu den Aufgaben, die ihm obliegen. Wenn wir nun unserem Unterbewußtsein den Befehl erteilen, daß wir einen schِnen Traum träumen und am nächsten Morgen heiter und munter aufwachen möchten, dann haben wir unsere Seele dazu gebracht, die unangenehmen Dinge, die am vergangenen Tag geschehen sind, zu verdrängen. Damit ist der schِne Traum praktisch garantiert.

Unser Unterbewußtsein besitzt kein Unterscheidungsvermögen und betrachtet daher die Durchführung des ihm durch unser Bewußtsein übermittelten Auftrages als unumstِßlich, ohne sich darum zu kümmern, ob es sich dabei um etwas Gutes oder Böses handelt. Aus diesem Grunde sollten wir stets darauf Acht geben; daß das, was wir unserem Unterbewußtsein auftragen, möglichst wenig Schaden anrichtet.

Viele Menschen beginnen erst dann zu beten und den Schöpfer um die Lösung ihrer Probleme zu bitten, wenn sie am Ende ihrer Weisheit sind und nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. Die Tiefgläubigen unter uns aber unterbrechen nie ihre Verbindung zu Gott.

Irgendwann heirateten unsere Eltern, und wir sind als ihre Kinder aus dieser Ehe hervorgegangen. Genauso wie wir nun ihnen äußerlich ähnlich sind (die Augen ähneln denen der Mutter, die Hände gleichen denen des Vaters), so gibt es auch innere, ja seelische Ähnlichkeiten zwischen uns und unseren Eltern. Wie schon auch früher dargelegt, stehen wir mit unseren Mitmenschen, und natürlich mit unseren Eltern, über unser Unterbewußtsein in Verbindung. Deshalb kann kein Zweifel darüber bestehen, daß ein Teil von uns feminine und ein anderer Teil von uns maskuline Züge besitzt. Das unterscheidende Merkmal zwischen diesen beiden sich ergänzenden Charakterzügen besteht darin, daß der feminine Teil die Rolle der Designerin spielt, die die Entwürfe herstellt, während der maskuline Teil diese Entwürfe praktisch umsetzt. Die folgenden Aspekte verdienen daher Ihre Beachtung:

• Denken Sie daran, daß ein Designer über mehrere Vollzieher verfügen kann. Wenn Sie in Ihrem bisherigen Leben immer die Rolle des Ausführenden gespielt haben, obendrein noch eines erfolglosen, dann ist es höchste Zeit, alles daran zu setzen, um die Rolle der Designerin in Ihnen zu bestärken. Scheuen Sie sich nicht, Verantwortung zu übernehmen, denn nur so können Sie großartige Dinge vollbringen. Sobald Sie eine Verantwortung übernommen haben, mobilisieren sich die in Ihnen schlummernden Kräfte, die dieser Verantwortung gerecht werden.

• Erwarten Sie nicht, daß die anderen Ihre Retter und Erlöser sind. Versuchen Sie Ihr eigener Retter zu sein.

• Seien sich stets gewiß, daß Ihrem Unterbewußtsein nichts verborgen bleibt.

• Bedenken Sie, daß Ihr Unterbewußtsein der Aufenthaltsort bzw. das Fundament aller Ihrer Gewohnheiten ist.

• Vergessen Sie nicht, daß auch in Ihnen, wie in jedem von uns, immense kreative Kräfte stecken.

• Wenn Sie glauben, daß Selbstprophezeihungen in Erfüllung gehen, dann müssen Sie sich auch darauf verlassen, daß sie eines Tages wirklich eintreten werden. Denn der Lauf Ihres Lebens wird durch Ihre Überzeugungen bestimmt.

• Alles, was Sie tun, wird nur dann zu einem Ergebnis führen, wenn dessen wahre Bedeutung von Ihrem Unterbewußtsein erkannt und akzeptiert wurde.

• Wenn Sie nur eine halbe Stunde täglich über Ihre Wünsche und Ziele nachdenken, dann werden Sie einen solchen Wandel durchmachen, den Sie selbst auch nachvollziehen können.

• Wenn Sie alle Ihre Wünsche und Träume aufgeben und nicht mehr an Fortschritt und Verbesserung glauben, werden Sie bald psychisch verblüht sein.

• Jedes Geschehnis, das sich um Sie ereignet, bildet sich in Ihrem Unterbewußtsein nachhaltig ab.

• Ihr Schicksal und Ihre Vorbestimmung sind in Wirklichkeit Ihre Gedanken, mit denen Sie sich beschäftigen.

• Versuchen Sie nicht, die Welt zu verändern, denken Sie lieber daran, daß Sie sich ändern müssen.

• Das Ziel Ihrer tiefgründigen Grübeleien sollte sein, Ihre Seele durch die verschiedenen Stadien des Seins anzuleiten.

• Denken Sie daran, daß wenn Sie, wie unzählige Menschen unter uns, nur Ihren Körper bewegen, Ihre Seele aufhört, sich weiterzuentwickeln.

• Wenn Sie mit einem Problem konfrontiert werden, fragen Sie sich, ob das, was Sie in Angst und Schrecken versetzt hat, real oder nur ein Produkt Ihrer eigenen Phantasie ist.

• Tun Sie genau das, was Ihnen Furcht und Besorgnis bereitet, denn nur so können Sie die Angst vertreiben.

• Ihr seelischer Zustand ist, wie bei jedem einzelnen von uns, die Ursache und zugleich das Ergebnis jener Erfahrungen, die Sie in Ihrem Leben gesammelt haben.

• Wenn Sie Angstgefühle haben, sprechen Sie zu Ihrem Unterbewußtsein und fordern es auf, Sie davon zu befreien. Erinnern Sie sich daran, daß Gott bei Ihnen ist, und dort, wo sich Gott aufhält, ist kein Platz für Bosheit, Angst und Leid.

• Das Ende jedes Anliegens von Ihnen muß mit seinem Anfang im Einklang stehen. Wenn bei jeder Ihrer Unternehmungen von Anfang an die Angst vor Niederlage den Ton angibt, dann dürfen Sie auch nicht mit einer erfolgreichen Beendigung Ihres Anliegens rechnen.

• Jedes Ereignis folgt einer Absicht, die in Ihrem Interesse steht.

• Angst vor Niederlage wird der größte demotivierende Faktor bei Ihren Aktivitäten sein.

• Der Wille zur Übernahme von Verantwortung ist ein zuverlässiges Kriterium für die Beurteilung Ihrer eigenen Fähigkeiten und Ihres Reifegrades.

• Sie müssen nicht unbedingt umfassende Kenntnis über eine Sache haben, um möglichst großen Nutzen daraus ziehen zu können.

• Ihr größtes Kapital sind Ihre Mitmenschen. Mit Ihrer Überzeugungskraft kann es Ihnen gelingen, dieses Kapital zu vermehren.

• Gestalten Sie Ihre Aktivitäten so, daß sie Ihnen auch Spaß und Genuß bereiten.

• Wissen allein reicht nicht aus. Was Sie zum Ziel führt, ist in erster Linie Ihr Unternehmungsgeist. Aus diesem Grunde müssen Sie stets motivierende Entscheidungen treffen.

• Vergessen Sie nicht: Erfolgreiche Menschen wissen sehr gut, wie sie ökonomisch und sinnvoll mit der wertvollen Gabe, die wir Zeit nennen und von der niemand genug haben kann, umzugehen haben.

• Wenn Sie davon überzeugt sind, daß Sie eine bestimme Aufgabe meistern können, oder umgekehrt der Meinung sind, daß Sie ihr nicht gewachsen sind, dann werden Sie auch richtig handeln.

 

Wenn Sie sich entscheiden, etwas Bestimmtes zu tun, wird Ihr gesamtes Wissen über ihr Bewußtsein auf Ihr Unterbewußtsein übertragen. Es ist das letztere, das Ihnen dann nach der Überprüfung der Angelegenheit die angemessene Antwort gibt. Dabei zieht es alle Ihre Erfahrungen in Betracht, die Sie seit Ihrer Kindheit gemacht haben, unabhängig davon, ob sie bitter oder süß, erfolgreich oder niederschmetternd waren. Ihr Unterbewußtsein berücksichtigt dabei sogar jene Redewendungen und Sprichwörter, aber auch Füllwörter, die Sie sich eingeprägt und aus Gewohnheit immer wieder verwendet haben. Es lohnt sich deshalb, herauszufinden, welche Redewendungen und Sprichwörter Ihnen am meisten liegen. Im folgenden werden einige aufgezählt, kurz kommentiert und im Hinblick auf ihre potentielle Wirkung auf Ihr Verhalten näher untersucht. Selbstverständlich werden die Pessimisten diese Redewendungen anders interpretieren als die Optimisten. Sie können sehr schnell herausfinden, wie ein Mensch denkt, handelt und sein Umfeld wahrnimmt, wenn Sie ihn auffordern, einige seiner Lieblingssprichwörter zu nennen. Betrachten wir die folgenden Redewendungen und Sprichwörter und ihren möglichen Einfluß auf die Geisteshaltung vieler Menschen.

 

1. Man muß für die Folgen seiner Taten geradestehen.

Diejenigen unter uns, die diese Aussage für bare Münze nehmen, werden sich nie zu etwas Ernsthaftem aufraffen können und, wenn sie es getan haben, warten sie gespannt auf dessen schlimme Folgen.

 

2. Gebranntes Kind scheut das Feuer.

Sollten wir glauben, in diesem Sprichwort der Weisheit letzten Schlusses gefunden zu haben, dann sind wir stets mißtrauisch, kontrollieren unser Tun und Lassen peinlich und über alle Maße hinaus und verschwenden dadurch unsere Energien.

 

3. Noblesse oblige, (Adel [Ruf] verpflichtet.)

Diejenigen, die sich diesen Ausspruch zum Leitgedanken gemacht haben, spielen gerne die Retter der Menschheit in der Not und suchen unentwegt nach vermeintlichen Opfern, denen sie finanziell unter die Arme greifen oder sie wenigstens ideell unterstützen können.Sie verhalten sich so, weil sie einerseits noch nicht zu sich selbst gefunden haben, andererseits weil sie nicht die Courage besitzen, die Hilfesuchenden abzuweisen. Es wird aber irgendwann die Zeit kommen, wenn sie keinen anderen Ausweg mehr sehen, als ihre eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten so weit zu beschneiden, bis sie tatsächlich nicht mehr imstande sind, anderen Menschen zu helfen. Daß sie sich selbst in diesem Stadium auch nicht mehr nützlich sein werden, bedarf keiner besonderen Erwähnung.

 

4. Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.

Sollten Sie der Meinung sein, in diesem geflügelten Wort die letzte “Weisheit” erblickt zu haben, dann können Sie nie mit dem, was Sie tun und erreicht haben, zufrieden sein. Sie werden stets eine panische Angst vor dem Ende Ihres Tuns haben.

 

5. Man verwehrte ihm den Zugang ins Dorf, er fragte nach dem Dorfvorsteher!

Diejenigen von uns, die sich an diesem Spruch orientieren, verlieren schnell ihr Selbstvertrauen, sobald sie eine Entscheidung getroffen haben. Sie beginnen an sich zu zweifeln und ziehen es vor, in einer Traumwelt zu leben.

 

6. Kaum spricht man vom Teufel, ist er schon da.

Diejenigen unter uns, die in diesen Ausspruch unbedingt etwas hinein interpretieren wollen, neigen oft dazu, gerade über Dinge nachzudenken, die sie beileibe nicht ausstehen können.Seltsamerweise müssen sie sich auch oft mit ihnen abfinden!

 

7. Die Maus paßte nicht ins Loch, versuchte aber den Besen mitzunehmen.

Menschen, deren Handlungs- und Vorgehensweise wir mit dieser Redewendung charakterisieren ö, gehِren zu jenen, die unfähig sind, ihre eigenen und oft kleinen Probleme selbst zu lِsen, sich aber durchaus zutrauen, die großen Probleme anderer anzupacken und zu lِsen.

 

8. Der Vogel, der Feigen frißt, hat einen krummen Schnabel.

Diejenigen, die dieses Sprichwort zu ihrem Leitbild deklariert haben, sind felsenfest der Überzeugung, daß erfolgreiche Menschen über außerordentliche und übermenschliche Fähigkeiten verfügen müssen. Sie wollen nicht wahr haben, daß Wollen Können bedeutet und daß auch sie mit Erfolg gekrönt sein können.

 

9. Das gute Jahr erkennt man an seinem Frühling.

Wenn man glaubt, in diesem Sprichwort eine große und praktische Weisheit zu erblicken, dann wartet man stets gespannt darauf, daß etwas Unheimliches passiert. Man beginnt zu zweifeln, daß man auch bei der Verwirklichung seiner Ziele erfolgreich sein kann. Mißerfolg wird gleich zu Beginn jeder Unternehmung unumstößlich vorausgesagt.

 

10. Ein fauler Apfel im Korb macht die übrigen Äpfel faul.

Diejenigen unter uns, die treu an das Motto glauben, sind der Überzeugung, daß alle denkbaren Voraussetzungen von vornherein vorhanden sein müssen, bevor sie eine Aufgabe in Angriff nehmen. Die geringsten Schwierigkeiten auf dem Weg zum Ziel entmutigen sie bis zur totalen Aufgabe.

 

 

Khaladj Nia